Der
Dax stieg um 0,1 % auf 5488 Punkte. Der europäische Auswahlindex
Stoxx 50 gewann 0,2 %. In Paris trat der
CAC 40 auf der Stelle, der
FTSE 100 rückte um 0,3 % vor.
Trotz ausgezeichneter Vorgaben aus den USA agierten die Investoren vorsichtig. Nach schwachen US-Arbeitsmarktdaten erwies sich die Zurückhaltung als berechtigt: Die Arbeitslosenquote stieg im Oktober auf 10,2 % - den höchsten Stand seit 26 Jahren. "Unter dem Strich hat der US-Arbeitsmarkt seinen Tiefpunkt noch nicht erreicht. Es werden noch einige Monate ins Land ziehen, ehe sich die begonnene konjunkturelle Erholung in einem Beschäftigungsaufbau niederschlagen wird", sagte Postbank-Analyst Thilo Heidrich.
Mit Blick auf die Spekulationen um einen Ausstieg der Notenbanken aus der Niedrigzinspolitik stellte Helaba-Analyst Ulrich Wortberg er fest: "Solange der Stellenabbau anhält, wird es nicht zu einem geldpolitischen Strategiewechsel kommen." Die niedrigen Leitzinsen gelten als ein entscheidender Grund für die Liquiditätsschwemme, die sich in die Aktienmärkte ergießt.
Für die Analysten der WGZ-Bank hat eine "ausgeprägte Schwächephase die Märkte erfasst": Die aktuelle Berichtssaison verläuft in den USA besser und in Deutschland schlechter als erwartet, und ist daher ein widersprüchlicher Signalgeber." Gleichwohl betrachten die Experten "die aktuelle Situation als Gelegenheit, Positionen auszubauen oder erstmalig einzugehen."
Schwache Quartalszahlen als Kaufgelegenheiten
Das dachten offenbar auch die Anleger, die nach einem Sturz des Dax bis auf 5410 Punkte in die Aktienmärkte zurückkehrten. Die Anzahl der Kursgewinner wuchs wieder. An der Dax-Spitze blieben
Lufthansa -Titel mit einem Kursaufschlag von 3 %. Sie profitierten von einer positiv interpretierten Halbjahresbilanz von
British Airways : Die britische Fluggesellschaft verbuchte einen Vorsteuerverlust von 326 Mio. Euro. Ein Jahr zuvor hatte sie noch einen Gewinn von 58 Mio. Euro erzielt. Einem britischem Analysten gefiel am Bericht, dass sein Ton weniger pessimistisch sei als noch im Vorquartal. Europaweit waren danach Fluggesellschaften gefragt, British Airways kletterten um 6,7 %,
Air France-KLM 1,2 % und
Iberia 4,8 %.