Der
Dax sank um 3,3 % auf 5614,17 Zähler. Besonders in den letzten zwei Handelsstunden ging es noch einmal rapide abwärts, zeitweise stürzte der deutsche Leitindex unter die Marke von 5600 Punkten. Der Handel in den USA ruhte wegen des Feiertags Thanksgiving.
Der europäische Auswahlindex
Stoxx 50 gab um 3,2 % nach, der
CAC 40 verlor 3,4 %. Der
FTSE 100 fiel ebenfalls um 3,2 %.
In ganz Europa schufen die Anleger Platz in ihren Depots und strichen die Gewinne der vergangenen zwei Wochen ein - die Verluste gingen quer durch alle Branchen. Besonders betroffen waren aber Unternehmen, die starke Geschäftsbeziehungen zu den Golfstaaten haben. Der Grund sind Spekulationen um Finanzschwierigkeiten und mögliche Zahlungsprobleme im Emirat Dubai. Ein Aktienhändler der Postbank begründete die deutlichen Abschläge damit, dass die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt worden seien. Insgesamt sei mit steigenden Kursen gerechnet worden.
"Auf Sand gebaut"
"Wenn ein Staat wie Dubai so in Schwierigkeiten steckt, ist das ein ernstes Problem", sagte Niklas Breckling, Aktienhändler bei der Schnigge Wertpapierhandelsbank. Offenbar hätte man dort auf Sand gebaut: "Es wurde bereits von einer Jahresendrally gepredigt. Jetzt zeigt sich, dass es an den Aktienmärkten zu schnell aufwärts ging", stellte Breckling fest.
Christoph Schmidt, Aktienstratege bei der N.M.F. AG, rechnet bis zum Jahresende zwar nicht mit größeren Verwerfungen, die Märkte müssten jetzt aber mehr Risiko einpreisen: "So mancher hat sich von den steigenden Kursen einlullen lassen. Dubai hat die Augen geöffnet für weitere schwelende Brände in Osteuropa und anderen Schwellenländern."
Anleger bestrafen Daimler
Daimler schloss 4,6 % leichter. Abu Dhabi und Kuwait halten große Kontingente an Papieren des Autobauers. Anleger hätten jetzt Angst, dass arabische Investoren nun Aktienpositionen auflösen könnten, um sich Liquidität zu beschaffen, sagte Breckling.
Volkswagen -Titel sanken um 6,2 %. Hier störte die Marktteilnehmer die Beteiligung des Emirats Katar.