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  09.02.2010, 18:56    

Dax & Stoxx-Schlussbericht: Griechenland-Krise wirbelt Indizes herum

Trichets Reiseplan, eine Fitch-Analyse, FTD-Nachrichten über die Rettungsaktion für die taumelnden Hellenen - nach einem turbulenten Handelstag zwischen Hoffen und Bangen rettet der Dax ein minimales Plus ins Ziel. von Thomas Spinnler, Frankfurt
Der Dax  rückte um 0,2 % auf 5498 Punkte vor, nachdem er am Nachmittag bereits um mehr als 1 % im Plus gelegen hatte und kurz vor dem Schlussgong mit 0,2 % im Minus lag. Grund für die Gewinne in letzter Minute: Die Bundesregierung bereitet ein Hilfspaket für Griechenland vor. Wie die FTD aus Berliner Koalitionskreisen erfuhr, sind sowohl bilaterale Hilfen als auch ein international abgestimmtes Vorgehen auf EU-Ebene im Gespräch.
Der europäische Auswahlindex Stoxx 50  trat auf der Stelle. Der Pariser CAC 40  legte 0,2 % zu, der Londoner FTSE 100  notierte 0,4 % fester.
Rettungsfantasien, Gewinnmitnahmen und wieder aufkeimende Hoffnungen auf eine Lösung des Griechenland-Problems bestimmten den gesamten Handelstag: Händlern zufolge stützten bereits am Vormittag Spekulationen über stabilisierende Maßnahmen für Griechenland und andere Staaten der Eurozone. Ursache der Gerüchte war die vorzeitige Abreise des EZB-Präsidenten Jean-Claude Trichet  von einem Treffen internationaler Notenbanker in Sydney, um am informellen EU-Gipfel am Donnerstag in Brüssel teilzunehmen. "Der Markt setzt scheinbar darauf, dass es ein Hilfspaket in irgendeiner Form geben wird", sagte ein Händler.
"Die Anleger sind extrem nervös, wenn es um das Befinden der Staaten wie Spanien, Portugal oder Griechenland geht. Es ist das dominierende Thema, deshalb sehen wir diese erratischen Sprünge im Kursverlauf", sagte Matthias Jasper, Leiter des Aktienhandels bei der WGZ-Bank. Belastend habe eine kritische Analyse der Ratingagentur Fitch zu den südeuropäischen Ländern und zu Großbritannien gewirkt.
Christoph Schmidt, Analyst bei N.M.F., weist ferner auf einsetzende Gewinnmitnahmen in den USA als einen ursächlichen Faktor für die Verluste in Europa hin. Der Auslöser für die Erholung kurz vor Handelsschluss sei dann die Meldung gewesen, dass die Entscheidung, Athen zu helfen, praktisch gefallen sei: "Im Grunde genommen besteht Konsens darüber, dass Griechenland geholfen wird – das ist die wichtige Nachricht", kommentierte Schmidt.
Stahltitel gefragt
Kursinformationen und Charts
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Banken kehrten nach ersten Verlusten zurück auf die Kaufzettel: Den Dax führte die Deutsche Bank  mit einem Aufschlag von 2,8 % an, die Commerzbank  kletterte um 0,9 %.
Auf europäischem Parkett machten BNP Paribas , ING  und Credit Suisse  viele Punkte gut und bildeten mit Aufschlägen zwischen 1,8 und 3,1 % die Stoxx-Spitze.
Mit einem Minus von 5,4 % verpassten die Papiere der UBS  jedoch den Sprung ins Plus - bei Handelsstart hatten sie noch 4 % eingebüßt. Die Schweizer Bank erzielte im Schlussquartal 2009 zwar zum ersten Mal seit vier Quartalen einen Gewinn. Auf das Jahr gerechnet erwirtschaftete die UBS aber einen Verlust von 2,7 Mrd. Schweizer Franken . 2008 hatte die Bank ein Minus von 21 Mrd. Franken (14,5 Mrd. Euro) verbucht. Negativ fiel ins Gewicht, dass mehr Kunden ihr Geld abzogen. Der Nettoneugeldabfluss, der sich als Saldo von Abflüssen und Neuzuflüssen in der Vermögensverwaltung ergibt, lag im vierten Quartal bei 56,2 Mrd. Franken. In den drei Quartalen davor hatten Kunden netto 91 Mrd. Franken abgezogen.
SAP bleibt Sorgenkind
Stahlwerte bildeten ebenfalls ein Rückgrat der europäischen Kursgewinne: Salzgitter , ArcelorMittal  und ThyssenKrupp  schlossen zwischen 1,3 und 2,3 % fester. Nach einem weltweiten Einbruch der Stahlproduktion um 8 % im vergangenem Jahr rechnen Branchenexperten 2010 mit einem Plus von weltweit 10 %. "Die Erholung der Volumina schreitet beim Flachstahl gut voran und die Produktion ist nun in etwa auf dem Niveau der tatsächlichen Nachfrage", heißt es in einer Branchenstudie von HSBC.
Nach dem Rücktritt des Konzernchefs Léo Apotheker  setzten die Titel von SAP  ihre Talfahrt im deutschen Leitindex fort und büßten weitere 2,5 % ein. "Das sind die Nachwehen von gestern", sagte ein Händler. "Auch die amerikanischen Investoren haben negativ auf diese Nachricht reagiert." Bereits am Montag hatte die Aktie 2,5 % verloren.
22:08:50 Kursinformationen und Charts
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