Der
DAX schloss 0,1 Prozent fester bei 6020 Punkten. Der
Stoxx 50 gewann 0,6 Prozent. Der Pariser
CAC 40 und der Londoner
FTSE 100 legten 0,6 und 0,7 Prozent zu.
Im Fokus hatten die Anleger vor allem eine Reihe von Übernahmeschlachten. Der Poker um Potash ging in die nächste Runde,
Hewlett-Packard verschaffte
Dell Konkurrenz beim Kauf eines Datenspeicherspezialisten und der Suppenhersteller Campbell will sich das Keksgeschäft von United Biscuits einverleiben. "Die Unternehmen versuchen, sich durch Übernahmen Wachstum zu erkaufen", sagte ein Händler.
Die Experten gehen davon aus, das Firmenzukäufe auch in den kommenden Wochen ein Thema bleiben werden. "Von 50 Gerüchten ist aber nur an einem etwas dran", sagte ein Händler. Übernahmen deutscher Unternehmen hält Erhan Aslan, Marktstratege bei Lang & Schwarz jedoch für unwahrscheinlich. "Das ist zum einen politisch nicht gewollt und zum anderen aufgrund der Eigentumsverhältnisse der Unternehmen für potentielle Käufer sehr schwer", sagte er.
Außerdem sorgten Analystenkommentare für Kursbewegungen: Die Experten der italienischen Bank Unicredit hoben das Kursziel des Chemiekonzerns
Merck von 64 auf 82 Euro an. Als Grund nannten sie die erfolgreiche Integration des US-Laborausrüsters Millipore. Die Aktie gewann 2,2 Prozent auf 68,74 Euro.
Das Papier von
Beiersdorf büßte dagegen 0,8 Prozent auf 42,17 Euro ein, nachdem Bernstein Research das Kursziel von 71 auf 69 Euro herabgesetzt hatte. Die Analysten erwarten, dass die mäßige Konsumneigung und der harte Wettbewerb im Konsumsektor die Geschäfte des Herstellers von Niveacreme und Tesafilm belasten könnte.
In den Bieterwettkampf um den kanadischen Kalihersteller
Potash hat sich auch der chinesische Chemiekonzern Sinochem und das brasilianische Bergbauunternehmen Vale eingeschaltet. Die beiden Unternehmen wollen Medienberichten zufolge Anteile an den Nordamerikanern kaufen, um eine feindliche Übernahme durch
BHP Billiton abzuwehren. "Wir beobachten das Bieterverfahren von BHP sehr genau", sagte Sinochem-Konzernchef Li Qiang. Die BHP-Aktie gewann 1,4 Prozent.
Die Übernahmeschlacht hatte zuletzt auch die Aktie von
K+S in Bewegung gesetzt. Nachdem sie am Freitag ihren Höhenflug mit einem Minus von rund 4,5 Prozent beendet hatte, gewann sie zum Wochenstart 2,1 Prozent. Anleger spekulieren, dass das Kasseler Unternehmen ein weiterer Übernahmekandidat werden könnte. Zudem liefern sich die US-Computerhersteller
Hewlett-Packard und
Dell ein Bieterwettbewerb um den Hersteller von Software und Systemen zur Datenspeicherungden 3PAR. HP bot am Montag 1,6 Mrd. Dollar. In der vergangenen Woche hatte Dell 1,2 Mrd. Dollar für das IT-Unternehmen angesagt.
Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sagte in einem Interview mit der "Rheinischen Post", der Bund wolle so bald wie möglich sein Engagement bei der
Commerzbank aufgeben. "Die Bank zeigt ja eine erfreuliche Entwicklung, je schneller wir wieder raus sind, desto besser", sagte er. Die Aktie verlor 0,1 Prozent, nachdem sie lange im Plus notiert hatte.