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FTD-Serie: Märkte in Aufruhr

Die Finanzkrise führt zu schweren Erschütterungen an den Börsen. Von New York aus greifen die Schockwellen nach Asien genauso aus wie nach Europa. FTD.de bündelt die Reaktionen an den Weltmärkten.
Merken   Drucken   16.10.2008, 22:35 Schriftgröße: AAA

Die Ereignisse vom 16. Oktober: AIG streicht einem Vorstand die Abfindung

Der angeschlagene Versicherungskonzern spart. US-Banken leihen sich Rekordsummen bei der Fed. In New York haben tausende Banker ihren Job verloren. FTD.de protokolliert die dramatischen Ereignisse der Finanzkrise.

22.56 In New York haben gegenüber dem Vorjahr 13.400 Angestellte in der Finanz- und Versicherungsbranche ihren Job verloren. Das teilte die Arbeitsbehörde des Bundesstaats mit.

22.52 US-Finanzinstitute haben sich in der Woche bis zum Mittwoch die Rekordsumme von 437,53 Mrd. $ bei der Notenbank Fed geliehen. In der Vorwoche waren es noch 420,16 Mrd. $.

22.47 Der US-Versicherungskonzern AIG streicht seinem ehemaligen Finanzvorstand Steven Bensinger die Abfindung. AIG werde einer entsprechenden Vereinbarung über mehrere Millionen Dollar nicht nachkommen, sagte der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo. Zuvor hatte Cuomo sich mit dem neuen AIG-Chef Edward Liddy getroffen. Dieser versprach, alle Kompensationszahlungen an frühere Spitzenmanager zu überprüfen. Außerdem hat der Konzern, der von der US-Regierung mit 85 Mrd. $ vor der Pleite gerettet werden musste, sämtliche Vergnügungsreisen gestrichen und 160 Veranstaltungen abgesagt. Das spare 8 Mio. $, sagte Cuomo.

22.08 Nach einer Kursrally stieg der Dow Jones  der Standardwerte zum Handelsschluss mit einem Plus von um 4,7 Prozent auf 8979 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500  kletterte um 4,3 Prozent auf 946 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq  gewann 5,5 Prozent auf 1717 Punkte.

21.15 Der Dow Jones  verzeichnet eine knappe Stunde vor Handelsschluss den bislang höchsten Tagesgewinn. Er legt um 3,3 Prozent auf 8856 Punkte zu.

20.56 US-Rohölfutures sind auf 69,85 $ je Barrel gefallen. Das sind 4,69 $ oder 6,3 Prozent weniger als am Vortag.

20.56 US-Rohölfutures sind auf 69,85 $ je Barrel gefallen. Das sind 4,69 $ oder 6,3 Prozent weniger als am Vortag.

20.42 Ein libysches Konsortium ist bei der italienischen Großbank Unicredit eingestiegen. Die aus der libyschen Zentralbank, der Investmentbehörde des Landes und der Libyschen Auslandsbank bestehende Gruppe habe einen 4,23-prozentigen Anteil an Unicredit erworben, teilte die Zentralbank am Donnerstag mit. Die Bank zeige ein langfristiges Potenzial und solide industrielle Möglichkeiten. Über den Preis des Engagements wurde zunächst nichts bekannt.

20.13 Die wichtigsten deutschen Aktienindizes haben sich am Donnerstag im späten Parketthandel etwas vom vorherigen Kurssturz erholen können. Der L-Dax schloss bei 4698,51 Punkten, nachdem der Leitindex zuvor auf Xetra noch um 4,91 Prozent auf 4622,81 Punkte abgerutscht war. Der Schlussstand beim L-MDax lag bei 5397,63 Zählern. Im elektronischen Handel hatte der Index der mittelgroßen Werte 5,65 Prozent auf 5337,79 Zähler eingebüßt. Der L- TecDax beendete das späte Geschäft bei 538,50 Zählern - davor war das Börsenbarometer für Technologiewerte um 4,82 Prozent auf 526,35 Zähler gefallen.

20.01 Ein hochrangiger US-Notenbanker hat vor langjährigen Auswirkungen der Finanzkrise auf die US-Wirtschaft gewarnt. Der aktuelle Abschwung könnte schlimmer sein als die Rezession zu Beginn der 1990er Jahre, sagte der Präsident der Fed von Minneapolis, Gary Stern, am Donnerstag laut Redetext in Houghton, Michigan. Unter den derzeitigen Umständen könne eine Erholung der Konjunktur daher bis zu drei Jahre dauern.

19.57 Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann verzichtet in diesem Jahr auf seinen Bonus. Die "Bild am Sonntag" zitierte ihn am Donnerstag mit der Erklärung: "Ich habe dem Aufsichtsrat der Deutschen Bank mitgeteilt, dass ich in diesem schwierigen Jahr auf meinen Bonus verzichte - zugunsten verdienter Mitarbeiter, die das Geld nötiger haben als ich." Damit wolle er "ein ganz persönliches Zeichen der Solidarität setzen", sagte Ackermann. Auf die Frage, wie hoch dieser Verzicht ausfalle, sagte er: "Genau kann ich das nicht sagen, das Jahr ist ja noch nicht zu Ende. Aber es geht um einige Millionen."

19.48 Der Internationale Währungsfonds (IWF) will die Ukraine nach Worten von Ministerpräsidentin Julia Timoschenko angesichts der Finanzkrise mit einem Milliardenkredit unterstützen, macht dies aber von einem Verzicht auf vorgezogene Parlamentswahlen abhängig. Der IWF erwäge eine Summe zwischen 3 und 14 Mrd. Euro, erklärte Timoschenko am Donnerstag. Er habe jedoch deutlich gemacht, dass solche Überlegungen "sehr schwierig" seien, solange die von Präsident Viktor Juschtschenko geplante Neuwahl im Gespräch sei. Eine IWF-Sprecherin äußerte sich zu Timoschenkos Erklärung nicht.

19.44 Die Mehrheit des Bundestages stimmt am morgigen Freitag höchstwahrscheinlich für den am Donnerstagabend zwischen Bundesregierung und Länderchefs ausgehandelten Kompromiss zum Rettungspaket für die deutschen Finanzmarkt. Die Bundestagsfraktionen von Union und SPD sprachen sich am Abend einmütig für die neue Lösung aus. Die Linkspartei und die Grünen wollen das Paket dagegen ablehnen.

19.17 Die kanadische Regierung kauft den Banken des Landes besicherte Hypotheken in Höhe von 5 Mrd. kanadischen Dollar ab. Banken sollen dadurch mehr Geld erhalten, das sie als Kredite weiterreichen können. Der Aufkauf ist die erste Tranche in einem größer angelegten Programm, mit dem Ottawa den Banken Hypotheken in Höhe von 25 Mrd. kanadischen Dollar aus den Büchern nehmen will.

19.04 Die CDU/CSU-Bundestagsfraktion hat dem Rettungspaket für die Finanzmärkte einstimmig zugestimmt. Fraktionschef Volker Kauder sagte in Anschluss an die Beratungen am Donnerstag in Berlin, er erwarte, dass damit der Weg für das Gesetz im Bundestag am morgigen Freitag frei sei. "Entscheidungsrelevante Fragen sind nicht mehr offen", sagte er.

Die Linksfraktion im Bundestag hat das Rettungspaket dagegen abgelehnt. Ihr Vorsitzender Gregor Gysi begründete die Ablehnung am Donnerstagabend in Berlin damit, dass "alle wesentlichen Einzelheiten auf dem Verordnungswege durch das Kabinett durchgesetzt werden". Das zu akzeptieren, fehle der Linken das Grundvertrauen in die Regierung.

Weiter: 18.46 Uhr bis 16.09 Uhr

  • FTD.de, 16.10.2008
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