Verantwortlich war Michael Milken, der in der Finanzgemeinde als Junk-Bond-König galt - und die DBL zur führenden Adresse für hochspekulative Anleihen machte. Als die Junk-Bonds-Blase Ende der 80er-Jahre platzte, musste DBL den ersten Verlust seiner 54-jährigen Geschichte melden. Zweifel an der Liquidität von DBL kamen auf. Wie Bear Stearns war auch DBL von kurzfristigen Refinanzierungstransaktionen am Markt abhängig.
Ein wesentlicher Unterschied: Drexel war wegen angeblichen Insiderhandels zu einer Rekordstrafe verurteilt worden. Im Gegensatz zu Bear Stearns wurde DBL jedoch nicht durch die Fed gestützt. Die Investmentbank brach 1990 zusammen. Die Bank hatte sich durch aggressives Geschäftsgebaren viele Feinde an der Wall Street gemacht.
Bei früheren Rettungsaktionen für Brokerhäuser war die Fed nicht direkt eingesprungen, sondern hatte lediglich die Maßnahme koordiniert. So half sie in den 80er-Jahren ein Konsortium von Banken zu bilden, das dem Investmenthaus Prudential Bache Securities mit einer Kreditlinie von 1,1 Mrd. $ beisprang. Das Brokerhaus war in eine Schieflage geraten, nachdem die Hunt-Brüder, Großkunden der Firma, sich am Terminmarkt verspekuliert hatten.
Bear Stearns' Rivale Lehman Brothers geriet nach dem Zusammenbruch des Hedge-Fonds Long Term Capital Management 1998 in eine schwere Krise. Die New Yorker Fed hatte in einer nächtlichen Krisensitzung eine Gruppe von Banken gebeten, rund 100 Mrd. $ in das Finanzsystem zu pumpen. Bear Stearns beteiligte sich nicht an der Aktion. Lehman Brothers konnte sich schließlich allerdings aus eigener Kraft erholen.