FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Aktien » Das Risiko steht in den Fußnoten

Merken   Drucken   27.10.2008, 09:00 Schriftgröße: AAA

Erster Prozess nach Lehman-Pleite: Das Risiko steht in den Fußnoten  

Für den Kläger geht es darum, "was Berater dürfen und was nicht" - die Frankfurter Sparkasse wirft ihm dagegen vor, die Lehman-Pleite auszunutzen: Der erste Prozess um Zertifikate der zusammengebrochenen US-Investmentbank dürfte Pilotcharakter für Anleger haben. von Karsten Röbisch (Frankfurt)
Der Kampf um die öffentliche Meinung, um die Deutung von Gut und Böse, beginnt schon auf der Treppe vor dem Landgericht Frankfurt. Lächelnd posieren die Anwälte im Sonnenschein vor den Fernsehkameras, zwischen ihnen ihr Mandant.
Mit entschlossenem Blick hält er einen Aktenordner vor seine Brust, dessen Rückseite einen Hinweis auf die Brisanz des Verfahrens gibt: "Frankfurter Sparkasse, Lehman-Zertifikate", steht dort geschrieben.
Vor der 19. Zivilkammer des Landgerichts Frankfurt begann am Freitag der erste Verhandlungstag in der Streitsache Horst Weil gegen die Frankfurter Sparkasse. Der 76-jährige Rentner aus Bad Soden am Taunus fordert von der Bank Schadenersatz in Höhe von 12.000 Euro, die er mit einem Lehman-Zertifikat verloren hat. Vor Prozessbeginn macht er noch einmal klar, warum er gekommen ist: "Ich fühle mich von der Bank betrogen".
Lehman-Zertifikate, das ist ein Reizwort in diesen Tagen - ein Symbol dafür, wie die globale Finanzkrise plötzlich die deutschen Wohnzimmern erreicht. Tausende Privatanleger hatten die Papiere erworben, die nun wertlos sind. Weder die Einlagensicherung der Banken noch die Staatsgarantie helfen den Betroffenen. Zertifikate sind Inhaberschuldverschreibungen. Geht der Emittent pleite, ist die Rückzahlung gefährdet. Anlegerschützer fürchten Schäden in achtstelliger Höhe - allein in Deutschland.
In Internetforen schließen sich zahlreiche Betroffene zusammen, tauschen Erfahrungen aus und wägen ihre Prozesschancen ab. Weil bei der Pleitebank Lehman nichts mehr zu holen ist, attackieren die sie nun die Banken, die ihnen die Produkte verkauft haben. Auch deshalb ist die Verhandlung am Freitag eine Art Präzedenzfall.
  • FTD.de, 27.10.2008
    © 2008 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6435,6  [104.56 +1,65%
  Euro Stoxx 50 2195,94  [45.78 +2,13%
  Dow Jones 12516,09  [11.61 +0,09%
  Nasdaq Composite 2845,63  [-1.58 -0,06%
  Euro 1,27214 USD  [-0.00876 -0,68%
  Brent-Öl 108,89 USD  [0.6 +0,55%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote