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Merken   Drucken   27.10.2011, 18:15 Schriftgröße: AAA

Euro-Rettung: Weltbörsen feiern EU-Gipfel

Die Hoffnung auf eine Lösung der Schuldenkrise beschert vor allem Finanztiteln kräftige Kursgewinne. Der Euro legt gegenüber dem Dollar zwei Prozent zu. Der Dow Jones steigt über 12.000 Zähler. von Barbara Schäder  Frankfurt
Die Hebelung des Euro-Rettungsschirms und der Schuldenerlass für Griechenland haben an den Märkten ein Kursfeuerwerk ausgelöst. Der DAX  schloss am Donnerstag mit einem Plus von 5,4 Prozent bei 6338 Zählern. Der Euro Stoxx 50  legte sogar sechs Prozent zu. Der Euro stieg um zwei Prozent und näherte sich der Marke von 1,42 Dollar.
Angeschoben wurden die Kurse auch durch die Mitteilung der US-Regierung, das Wirtschaftswachstum habe sich im dritten Quartal beschleunigt. Laut einer ersten Schätzung legte das Bruttoinlandsprodukt mit einer aufs Jahr hochgerechneten Rate von 2,5 Prozent zu. Das entspricht entspricht nach der in Europa üblichen Darstellungsweise einem Quartal-Plus von rund 0,6 Prozent. Der Dow Jones  legte gut zwei Prozent zu und übersprang erstmals seit Anfang August die Marke von 12.000 Zählern. Auch der breiter gefasste S&P 500  notierte zwei Prozent im Plus.
Kursinformationen und Charts
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Selbst die Kurse griechischer Staatsanleihen erholten sich ein wenig. Die EU-Staats- und Regierungschefs verlangen von den Inhabern griechischer Schuldtitel einen Verzicht auf 50 Prozent ihrer Forderungen. Auf dem Markt waren vor dem Gipfel teilweise deutlich höhere Abschläge eingepreist worden: So notierte eine im Oktober 2022 fällige Anleihe am Mittwochabend nur noch bei 32,8 Prozent ihres Nennwerts. Am Donnerstag stieg der Kurs auf 35,9 Zähler. Die Renditen zehnjähriger griechischer Staatsanleihen, die sich entgegengesetzt zu den Preisen bewegen, fielen um 1,98 Prozentpunkte auf 23,34 Prozent.
Für Banken und Versicherungen bedeutet der Schuldenerlass Abschreibungen, die bei einzelnen Instituten in die Milliarden gehen. Es hätte die Branche aber schlimmer treffen können: Die Euro-Regierungen hatten zwischenzeitlich einen Schuldenerlass von 60 Prozent gefordert.
Überdies zeigten sich die meisten Geldhäuser optimistisch, die von den EU-Regierungen geforderte Aufstockung ihres Eigenkapitals aus eigener Kraft stemmen zu können. Der Branchenindex Stoxx 600 Banks kletterte um neun Prozent.
Commerzbank verbreitet Zuversicht
Die Aktie der Commerzbank  ging mit einem Plus von gut 16 Prozent aus dem Handel, nachdem die Bank mitgeteilt hatte, sie wolle für die Kapitalerhöhung keine Staatshilfe in Anspruch nehmen. Vielmehr könne die von den EU-Regierungen geforderte Aufstockung der Kernkapitalquote auf neun Prozent bis Mitte 2012 durch den Verkauf von Vermögenswerten und Gewinnrücklagen erreicht werden. Der Kurs der Deutschen Bank  stieg um 15,5 Prozent.
Größte Gewinner im Euro Stoxx 50 waren die französische Banken Société Générale  und BNP Paribas  mit Kursgewinnen von 22 und 17 Prozent. Französische Finanztitel hatten unter den Marktturbulenzen der vergangenen Monate besonders gelitten, weil die Institute vergleichsweise stark in den hoch verschuldeten Ländern Südeuropas engagiert sind. Deshalb profitieren sie nun von der Aussicht auf eine Lösung der Krise.

Teil 2: Experten warnen vor Euphorie

  • FTD.de, 27.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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