Kursinformationen und Charts
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Selbst die Kurse griechischer Staatsanleihen erholten sich ein wenig. Die EU-Staats- und Regierungschefs verlangen von den Inhabern griechischer Schuldtitel einen Verzicht auf 50 Prozent ihrer Forderungen. Auf dem Markt waren vor dem Gipfel teilweise deutlich höhere Abschläge eingepreist worden: So notierte eine im Oktober 2022 fällige Anleihe am Mittwochabend nur noch bei 32,8 Prozent ihres Nennwerts. Am Donnerstag stieg der Kurs auf 35,9 Zähler. Die Renditen zehnjähriger griechischer Staatsanleihen, die sich entgegengesetzt zu den Preisen bewegen, fielen um 1,98 Prozentpunkte auf 23,34 Prozent.
Für Banken und Versicherungen bedeutet der Schuldenerlass Abschreibungen, die bei einzelnen Instituten in die Milliarden gehen. Es hätte die Branche aber schlimmer treffen können:
Die Euro-Regierungen hatten zwischenzeitlich einen Schuldenerlass von 60 Prozent gefordert.
Überdies zeigten sich die meisten Geldhäuser optimistisch, die von den EU-Regierungen geforderte Aufstockung ihres Eigenkapitals aus eigener Kraft stemmen zu können. Der Branchenindex Stoxx 600 Banks kletterte um neun Prozent.
Commerzbank verbreitet Zuversicht
Die Aktie der
Commerzbank ging mit einem Plus von gut 16 Prozent aus dem Handel, nachdem die Bank mitgeteilt hatte, sie wolle für die Kapitalerhöhung keine Staatshilfe in Anspruch nehmen. Vielmehr könne die von den EU-Regierungen geforderte Aufstockung der Kernkapitalquote auf neun Prozent bis Mitte 2012 durch den Verkauf von Vermögenswerten und Gewinnrücklagen erreicht werden. Der Kurs der
Deutschen Bank stieg um 15,5 Prozent.
Größte Gewinner im Euro Stoxx 50 waren die französische Banken
Société Générale und
BNP Paribas mit Kursgewinnen von 22 und 17 Prozent. Französische Finanztitel hatten unter den Marktturbulenzen der vergangenen Monate besonders gelitten, weil die Institute vergleichsweise stark in den hoch verschuldeten Ländern Südeuropas engagiert sind. Deshalb profitieren sie nun von der Aussicht auf eine Lösung der Krise.