Den Vorständen ins Depot geschaut: Wenn Topmanager Aktien des eigenen Unternehmens kaufen, ist das ein guter Indikator für steigende Kurse. Der FTD-Insider-Index verrät, wie die Stimmung unter Europas Bossen ist.
FTD-Insider-Index:Vorstände halten sich mit Aktienkäufen zurück
Das Interesse der europäischen Topmanager an Aktien des eigenen Unternehmens hat in der ersten Aprilhälfte spürbar abgenommen. Der FTD-Insiderindex sank innerhalb von zwei Wochen von 90,25 auf 62,39 Punkte. von Karsten Röbisch
Das Verhältnis von Aktienkäufen zu -verkäufen, die Buy-Sell-Ratio, fiel von 2,0 auf 1,2. "Ein Grund für die abnehmende Nachfrage ist der Beginn der Quartalsberichtssaison", sagt Robert Hable vom Analysehaus 2iQ Research, das den Index exklusiv für die FTD ermittelt. Denn unmittelbar vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen können Vorstandsmitglieder keine Aktien erwerben, um nicht gegen die Insiderregeln zu verstoßen.
Mit einem Stand von mehr als 50 von maximal 100 Punkten signalisiert der Index aber weiterhin eine positive Einstellung der Führungskräfte. Am größten ist der Optimismus in Deutschland, wo der Index bei 96 Punkten liegt. Als großer Käufer tat sich insbesondere die Nürnberger Lebensversicherung hervor, die ihren Anteil an dem Kabeltechnikkonzern Leoni im Februar und März für 13,8 Mio. Euro aufstockte. Schlusslicht im Vergleich ist Großbritannien, das einen Indexstand von 35 Punkten aufweist.
Die sinkende Kauffreude kommt nach den starken Zukäufen in den Vormonaten nicht überraschend. Die Manager hatten seit Januar die Kurskorrektur genutzt, um sich mit Aktien ihrer Firmen einzudecken. Die Strategie scheint sich auszuzahlen. Der Stoxx 50 ist seit dem letzten Vergleich wieder gestiegen. "Die Manager haben einmal mehr bewiesen, dass sie antizyklisch handeln", sagt Hable.
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