Die Händler an der FTD-Strategenbörse lagen nur um wenige Zehntelprozent neben der Realität: Die Schlusskurse in dem bis am Samstag um 18 Uhr gehandelten Markt beliefen sich auf 52,90 Börseneuro für Nicolas Sarkozy und 47,35 Euro für Ségolène Royal. Nach dem von der Wahlbehörde veröffentlichten, vorläufigen amtlichen Endergebnis erhielt Sarkozy 53,06 Prozent der Stimmen, seine sozialistische Widersacherin kam auf 46,94 Prozent. Damit haben die Händler die meisten Meinungsforscher deutlich geschlagen: TNS Sofres rechnete zuletzt mit 54,5 Prozent für Sarkozy, Ipsos Dell mit 54 Prozent. CSA-Cisco lag mit 53 zu 47 Prozent ebenfalls sehr nah am amtlichen Endergebnis.
Beim Markt zur Landtagswahl in Bremen in einer Woche gab es übers Wochenende einen deutlichen Kurssprung für die SPD, die sich von 39 Euro auf 41,40 Euro verbesserte. Die CDU verlor leicht auf 30,90 Euro. Die Grünen stiegen auf 13,70 Euro, die FDP verlor deutlich auf 5,51 Euro. Die DVU hat nach Meinung der Börsianer mit lediglich 2,10 Euro keine Chancen auf einen Einzug in den Landtag. Gut sieht es dagegen für die Linkspartei aus, die mit 6,49 Euro über der 5-Prozent-Hürde erwartet wird.
Aktuelle Nachrichten, die den Sprung der SPD erklären könnten, gab es am Wochenende nicht. Möglicherweise orientieren sich die Händler an den Meinungsumfragen: In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-Politbarometer lag die SPD bei 40 Prozent, während die CDU nur auf 28 Prozent kam. Für die Grünen sprachen sich 14 Prozent der Befragten aus, für die FDP sechs Prozent. Bremen wird derzeit von einer Großen Koalition regiert, nach den bisherigen Prognosen ist nach der Wahl auch ein rot-grünes Bündnis möglich.
Im Dax-Markt sind sich die Händler inzwischen einig: Die Börse bleibt stark, ein Abrutschen unter die Marke von 7100 Punkten erwartet angesichts des derzeitigen Booms kaum noch jemand. Die Aktie >7100 Punkte liegt mit 93,05 Euro unangefochten an der Spitze. Die Korridorpapiere, bei denen die Händler auf einen Stand in einer Spanne von 100 Punkten setzen, werden so gut wie gar nicht mehr nachgefragt und nähern sich Pennystock-Niveau. Einige Börsianer glauben aber noch an einen Crash: Die Aktie