Die Meldung des Tages für die Händler an der FTD-Wahlbörse, wo auf einem virtuellen Markt Aktien von Parteien gehandelt werden: Der Ifo-Index, ein Stimmungsindikator für die deutsche Wirtschaft, ist überraschend von 93,3 auf 95 Punkte gestiegen. Der als CDU-nah geltende Chef des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, sagte: "Die Wahrscheinlichkeit für eine Wende (in der Konjunktur) hat sich erhöht".
Offen bleibt dabei die Frage: Werden die Wähler dies als den beginnenden Merkel-Aufschwung oder noch als Schröder-Aufschwung interpretieren? Die Händler an der FTD-Wahlbörse waren sich in den ersten Reaktionen uneins: Beide Aktien notierten am Mittag mit 27,42 Wahleuro für die SPD und 41,07 Wahleuro für die Union minimal unter Vortagesniveau.
Bei der FDP haben die Kursgewinne des Vortages gehalten. Am Montag hatten die Liberalen als letzte der großen Parteien ihr Wahlprogramm vorgestellt. Am Dienstagmittag notierte das Papier 0,1 Prozent fester bei 7,12 Wahleuro.
Grüne als Tagesgewinner
Tagesgewinner war zuletzt die Aktie der Bündnisgrünen, die 2,2 Prozent auf 8,80 Wahleuro zulegte. Außer einem Bericht über die Fortschritte beim Abspecken von Spitzenkandidat Joschka Fischer in der "Bild"-Zeitung lagen keine kursrelevanten Nachrichten vor.
Auffällige Bewegungen gab es im Nebenmarkt Koalition. Hier legte die Aktie SPD/Linkspartei/Grüne um 54,6 Prozent auf 1,36 Wahleuro zu. Führende SPD-Politiker hatten sich am Montag gegen ein Linksbündnis ausgesprochen. Parteichef Franz Müntefering hatte die Linksparte eine "PDS mit Hospitanten aus dem Westen" bezeichnet. Die Händler an der FTD-Wahlbörse interpretierten dies offenbar als Nebelkerzen.
Der Marktbericht zur FTD-Wahlbörse: jeden Mittag auf www.ftd.de