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Merken   Drucken   03.12.2009, 13:19 Schriftgröße: AAA

Grünes Geld: Saubere Rendite mit Umwelttechnologie

Der Zukunftsmarkt bietet Investoren ein vielversprechendes Umfeld. Die Branche verdient schon gutes Geld - und profitiert zudem von staatlicher Förderung. Das dürfte sich lohnen. von Andreas Schuck
In 40 Jahren wird die Zahl der Menschen von sechs auf neun Milliarden gestiegen sein, schätzt die Uno-Landwirtschaftsorganisation FAO. Die Neuankömmlinge wollen nicht nur mit dem Lebensnotwendigsten versorgt werden. Die meisten Menschen in den Emerging Markets streben einen Lebensstandard an, wie er in der westlichen Welt vorherrschend ist.
Die Nachfrage nach Energie und Nahrung wirft Probleme auf. Rohstoffe werden knapper, die Umwelt wird der Menge an Schad- und Abfallstoffen kaum noch Herr. Hinzu kommt, dass der Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre die Erderwärmung beschleunigt. Auf dem Klimagipfel, der am Montag in Kopenhagen beginnt, muss die Weltgemeinschaft Wege finden, um den drohenden Kollaps zu verhindern.
Ausgewählte Unternehmen mit Hauptgeschäftsfeld Umwelttechnologien   Ausgewählte Unternehmen mit Hauptgeschäftsfeld Umwelttechnologien
Auch die Kapitalmärkte erkennen in der Nachhaltigkeit einen Zukunftstrend. Im Gegensatz zu früheren Umwälzungen, etwa der Internetrevolution, ist das Umfeld für Investoren vielversprechend. Denn das Interesse der Anleger trifft auf eine Branche, die bereits gutes Geld verdient. Hinzu kommt, dass Regierungen den Nutzen von Umweltschutz erkennen und den Sektor fördern. Wenige haben sich dabei so viel vorgenommen wie Präsident Obama, der in den USA die grüne Wende herbeiführen will.
Gute Chancen, diesen Wandel mitzugestalten, darf sich Owens Corning ausrechnen, der Erfinder der Glaswolle. Denn im Gebäudebereich schlummern mit die größten Möglichkeiten, CO2 einzusparen. Wegen der bei amerikanischen Häusern vorherrschenden Leichtbauweise besteht ein enormer Bedarf an Wärmedämmung. Zwar leidet Owens Corning unter dem brachliegenden Baugeschäft, abzulesen am Umsatzrückgang von 17 Prozent im dritten Quartal. Jedoch ist es Vorstandschef Mike Thaman gelungen, mit einem rigiden Sparkurs die Anleger positiv zu überraschen. Das Ergebnis je Aktie lag mit 0,63 $ weit über den erwarteten 0,39 $. Bei Kursen von rund 16 Euro hängt die Aktie aber vorerst fest.
Relativ unbeschadet durch die Krise gekommen ist die Saft Group. Schließlich kann sich der Hersteller von Hightechbatterien auf Aufträge vom Militär und aus der Raumfahrt verlassen. Neben dem Hybrid- und Industriegeschäft setzen die Franzosen auf Lösungen, um den aus Solar- oder Windenergie gewonnenen Ökostrom zu speichern. 2009 dürften die Umsatzerlöse um sieben bis zehn Prozent sinken, wobei der Ergebnisrückgang etwas moderater ausfallen sollte. Verglichen mit dem US-Batteriehersteller A123 Systems, der kürzlich den Sprung an die Technologiebörse Nasdaq gewagt hat, ist die Saft Group günstig bewertet.
Neun Millionen Elektrofahrzeuge bis zum Jahr 2025 - ein ambitioniertes Ziel, das BYD aus China anstrebt. Die Vorgabe ist umso erstaunlicher, als das Unternehmen eigentlich Akkus und Bauteile für die IT-Industrie fertigt und erst 2003 über einen Zukauf in das konventionelle Autogeschäft eingestiegen ist. Nun soll das Segment Hybrid- und Elektrofahrzeuge sukzessive ausgebaut werden. 2010 kommt der fünfsitzige BYD e6 - ein reines Elektromobil - in den USA auf den Markt, 2011 dürfte er auch bei europäischen Händlern stehen. Derzeit profitiert BYD vom stürmischen Wachstum des chinesischen Automarkts. Im ersten Halbjahr verbuchte das Unternehmen einen Gewinnsprung von satten 72 Prozent. Noch rasanter ging es mit der Aktie aufwärts. Seit US-Investor Warren Buffett im Herbst 2008 mit zehn Prozent eingestiegen ist, hat sich der Kurs in der Spitze verzehnfacht.
Beim Thema Umweltdienste hat sich der französische Wasser- und Entsorgungsspezialist Suez Environnement einen Namen gemacht. Immer strengere Ökoauflagen führen in Europa, wo der Konzern rund 80 Prozent seiner Erlöse erwirtschaftet, zu steigenden Preisen für Wasser und Müllabfuhr. Zwar muss die Entsorgungssparte mit ihren Sortier- und Recyclingaktivitäten konjunkturbedingt Einbußen hinnehmen. Doch die Preise für Sekundärrohstoffe haben sich gefangen, und das Management hat einen Großteil der angekündigten Kosteneinsparungen umgesetzt. Umsatz und operativer Gewinn dürften im Gesamtjahr allenfalls im unteren einstelligen Bereich sinken, für 2010 sind moderate Zuwächse zu erwarten. Die stabile Geschäftsentwicklung und eine Dividende von 0,65 Euro machen den Titel für defensive Anleger interessant.
11:42:38 Kursinformationen und Charts
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  • Aus der FTD vom 03.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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