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Merken   Drucken   30.08.2009, 11:26 Schriftgröße: AAA

Hedge-Fonds widerstehen Kreditkrise

Hedge-Fonds haben trotz der Kreditkrise ihre Gewinne ausgebaut. Die Branche steigerte ihren Wert in den ersten neun Monaten 2007 durchschnittlich um 12,3 Prozent, ermittelte der US-Datendienstleister Hedge Fund Research (HFR). von Elisabeth Atzler (Frankfurt)
Im Oktober lag die Rendite nach den jetzt veröffentlichten Zahlen bei 3,2 Prozent. Besonders Hedge-Fonds, die in Schwellenländern anlegen, schnitten stark ab - in vielen dieser Staaten sind die Börsen seit Jahresbeginn kräftig gestiegen.
Insgesamt haben Hedge-Fonds sich damit gegenüber anderen Anlagen recht gut behauptet. Die Branche strebt danach, in allen Marktlagen - also auch während Turbulenzen - Gewinne zu erzielen. Damit rechtfertigen Hedge-Fonds, die in alle Anlageklassen investieren und auch auf fallende Kurse wetten können, ihre sehr hohen Gebühren. Anleger versuchen so, ihr Portfolio gegen Schwächephasen bei Aktien, Anleihen und Immobilien abzusichern.
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Während der Sommermonate ist es den Fonds weitgehend gelungen, Verluste zu vermeiden - im August litten auch Hedge-Fonds-Manager unter den Schwierigkeiten am US-Hypothekenmarkt. Zwar schlitterten einige Fonds wie zwei Produkte von Bear Stearns  in den Bankrott, andere Fondsmanager aber strichen mit rechtzeitigen Spekulationen gegen US-Hypotheken schwacher Bonität hohe Gewinne ein. Von Juli bis Ende Oktober erzielte die Branche einen Wertzuwachs von 5,4 Prozent und übertraf damit zumindest die gängigen Aktienindizes S&P 500 für die USA und den europäischen Stoxx 50, der sogar leicht verlor.
Anleger, die ihr Geld weltweit in Aktien gesteckt haben, fuhren orientiert am Index MSCI ähnlich gut wie Hedge-Fonds-Investoren. Anleiheinvestoren schnitten gemessen am RexP etwas besser ab. Mit deutlichen Renditeeinbußen müssen zudem europäische Hedge-Fonds-Anleger rechnen, die ohne Währungsabsicherung in die meist auf Dollar lautenden Produkte investiert haben, weil die US-Währung massiv abgewertet hat.
Bei den Anlegern kam die Strategie aber an: Selbst während der Kreditkrise - auch im August - sammelte die Branche Milliarden ein. Das insgesamt von Hedge-Fonds verwaltete Vermögen stieg bis Ende September auf 1810 Mrd. $.
Die Zuversicht der Investoren zeigte sich auch beim weltgrößten Hedge-Fonds-Anbieter Man Group . Das Londoner Unternehmen steigerte das verwaltete Vermögen per Ende September auf 68,6 Mrd. $. Inzwischen sei das Volumen bereits über 70 Mrd. $ geklettert, sagte Man-Chef Peter Clarke am Donnerstag zur Vorstellung der Halbjahreszahlen. "Die weitere gute Rendite hat im Oktober deutliche Gebühreneinnahmen gebracht, und die Vertriebsaussichten bleiben positiv." Der börsennotierte Hedge-Fonds-Manager erzielte einen Gewinn von 672 Mio. $, fast 100 Mio. $ mehr als im Vorjahreszeitraum, und übertraf damit die Prognosen. Durch den Börsengang der Brokersparte Ende Juli verdiente Man 1,75 Mrd. $.
Die Aktien von Man fielen wie viele Finanztitel an der stark bewegten Londoner Börse dennoch um 0,8 Prozent auf 554,5 Pence. "Der Tenor war positiv. Aber das war kein guter Tag, selbst um mit vernünftigen Zahlen zu kommen", sagte Andrew Mitchell, Analyst des Finanzhauses Fox-Pitt Kelton. Einige Anleger könnten zudem durch vage Aussagen zu bereits angekündigten Aktienrückkäufen enttäuscht worden sein, so Mitchell.
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  • FTD.de, 30.08.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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