Wenn eine Bank mit Hilfe der Regierung gerettet wird, wird gerne das Argument "Too big to fail" angeführt. Das bedeutet: Das angeschlagene Kreditinstitut ist zu groß, um pleite gehen zu dürfen. Bei den quasi-öffentlichen Hypothekenfinanzierern
Fannie Mae und
Freddie Mac ist das angesichts von Verbindlichkeiten von mehr als 5000 Mrd. $ sicherlich der Fall. Doch ein weiterer Aspekt rückt zunehmend in den Fokus: Sind Fannie und Freddie nicht auch "Too Foreign to fail"?
Denn die Wertpapiere der beiden Hypothekenfinanzierer befinden sich nicht nur im Portfolio von amerikanischen Banken und Fonds, sondern sie lagern auch in den Tresoren ausländischer Zentralbanken. Brad Setser, Professor in Oxford und Fellow am Think-Tank Council on Foreign Relations, schätzt, dass das auf mindestens ein Fünftel der Papiere von Government Sponsored Enterprises (GSEs) wie Fannie Mae und Freddie Mac zutrifft.
China spiele dabei eine herausragende Rolle: "Ich würde sagen, dass die Chinesen 500 bis 600 Mrd. $ der Papiere halten. Das entspräche zehn Prozent des Emissionsvolumens", sagt Setser. Das habe Konsequenzen: "Ich könnte mir auf jeden Fall vorstellen, dass der chinesische Vize-Premier bei (US-Finanzminister Henry) Paulson anruft und sich über die Details des Rettungsplans informieren lässt."
Das Ausmaß des ausländischen Engagements bei den Hypothekenfinanzierern wirft ein Schlaglicht auf die Abhängigkeit der Vereinigten Staaten von finanziellen Zuflüssen aus Asien. Kontrovers wird in der Öffentlichkeit nur der Einsteig von Staatsfonds bei Banken und Vermögensverwaltern diskutiert. Prominente Fälle sind
Blackstone ,
Merrill Lynch und
Citigroup . Über die GSEs wird selten gesprochen.