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Merken   Drucken   16.07.2010, 10:00 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Wolf - Angst vor dem nächsten Beben  

Drei Jahren nach den ersten Indikatoren für die Finanzkrise durchziehen tiefe Verwerfungen die Weltwirtschaft. Mit seiner Reaktion hat der Westen seinen Ruf ruiniert. Ein neuer Abschwung könnte folgen. von Martin Wolf
Es sind fast drei Jahre vergangen, seit die Welt auf die bevorstehenden Finanzbeben aufmerksam wurde. Seit damals haben wir ein schweres Beben im Finanzsektor erlebt, einen Zusammenbruch der Wirtschaftstätigkeit und eine beispiellose Reaktion von Geld- und Fiskalpolitik. Die Weltwirtschaft mag sich inzwischen erholt haben, aber diese Krise ist längst nicht vorüber.
Die Bruchstellen seien noch immer vorhanden, schreibt der ehemalige IWF-Chefökonom Raghuram Rajan von der Booth School of Business der Universität Chicago und prognostiziert weiteres Ungemach. Es lohnt sich, auf ihn zu hören: 2005 stellte er ein damals umstrittenes Papier vor, das den Titel trug: "Hat die Finanzentwicklung die Welt riskanter gemacht?" Seine Antwort: Ja.
Wir wissen, dass das Erdbeben der vergangenen Jahre die Volkswirtschaften im Westen beschädigt hat, während die der Schwellenländer und speziell Asiens weitgehend unversehrt blieben. Zerstört wurde auch das Prestige des Westens. Über zwei Jahrhunderte hat der Westen wirtschaftlich und intellektuell die Welt dominiert. Damit ist es nun vorbei. Der Aufstieg der G20-Gruppe spiegelt die neuen Macht- und Autoritätsverhältnisse wider.
Das Ende der Abmachungen

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  • FTD.de, 16.07.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 19.07.2010 17:47:50 Uhr   Karl-Heinz Andresen: Geldschwemme vertreibt nicht die Krise.

    In der Tat bedeutet die kurzfristige Erholung nicht viel, zumal sie soeben endet. Notwendige Restrukturierungsprozesse in den westlichen Industrieländern zur Beseitigung der bedeutendsten Risiken wie Sozialisierungen, Abgabenexzesse und Höchstverschuldung aber auch Exportabhängigkeit (D,J) und Auslandsverschuldung (US) dürfen dennoch nicht weiter aufgeschoben werden. Politische Wünsche nach unrealistischen Verhältnissen, worin weder gespart noch durch die Hölle der Rezession gegangen werden muß, lassen sich nicht herstellen, auch wenn es immer aufs Neue versucht wird: Keynes ist historisch belegt der falsche Weg, wie sogar er selbst in reiferem Alter öffentlich verkündete. Vielleicht könnte es noch die verlorenen zehn Jahre japanischer Prägung geben, was durch die anstehenden Probleme in EU jedoch nicht wirklich funktionieren dürfte, denn überschaubar ist deswegen überhaupt nichts mehr.

  • 19.07.2010 10:28:57 Uhr   Das achte Weltwunder: Fremdkapital
  • 17.07.2010 16:26:07 Uhr   Melanie Gatzke: Unfähig zu lernen und zu erkennen.
  • 17.07.2010 13:42:21 Uhr   Friedrich von Hayek: Fromme, aber dumme Wünsche
  • 17.07.2010 12:31:47 Uhr   der-rote-Andy: Kritik
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