FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Aktien » Zeise - Auf dem Weg ins Bankerparadies

Merken   Drucken   26.04.2010, 18:49 Schriftgröße: AAA

Kolumne: Zeise - Auf dem Weg ins Bankerparadies  

Die geplante Bankenabgabe macht alles nur noch schlimmer. Sie ist ein Freibrief für die Finanzinstitute, erst recht hohe Risiken einzugehen. Es winkt Genuss ohne Reue. von Lucas Zeise 
Während alle Welt über Griechenland zetert, wird die Stützung "unserer" lieben Banken zur dauerhaften Staatsaufgabe gemacht. Über die Details erzielten die versammelten Finanzminister beim G20- und IWF-Treffen am vergangenen Wochenende noch keine Einigkeit. Aber Staatssekretär Jörg Asmussen , seit Langem emsig um die Interessen der deutschen Banken bemüht und ohne seinen Dienstherrn Wolfgang Schäuble nach Washington gereist, setzt sich mit Verve dafür ein. "Wir Deutschen haben intensiv geworben für eine Bankenabgabe", berichtete er den Journalisten. Er gibt sich so, als meine er tatsächlich, dass er den Steuerzahlern damit etwas Gutes tut.
Erinnern wir uns. Vor fünf Monaten formulierte Josef Ackermann  einen kleinen Wunsch: Die Regierungen der EU möchten doch bitte sehr mit staatlichen Mitteln einen Fonds einrichten, der künftig strauchelnde Banken auffängt. Der Chef der Deutschen Bank  erntete damals entrüstete Kommentare aus Politik und Presse. Man hielt Ackermanns Wunsch für reichlich unverschämt. Dass der Steuerzahler als Garant für die Spekulationsgeschäfte der Banker und ihrer satten Einkünfte auftreten solle, wurde als ungerecht empfunden. Sogar die den Finanzinstituten, der Deutschen Bank und ganz besonders Ackermann zugetane Kanzlerin befand damals, das reiche wohl nicht.
Schäubles Plan
Sie behielt recht. Und gerade deshalb erhält Ackermann ziemlich genau das, was er wollte. Das Kabinett beschloss Ende März, eine Bankenabgabe einzuführen. Sie soll dazu dienen, dass die Banken sich künftig an ihrer Rettung beteiligen. Finanzminister Schäuble will den Gesetzentwurf, wie er sagte, im Herbst auf den Weg bringen. Zwischen 1 und 1,2 Mrd. Euro sollen jährlich von den deutschen Banken eingesammelt werden und in einen Fonds fließen, der der Bankenstützung dient.

Dieses ist ein kostenpflichtiger Inhalt der FTD. Bitte melden Sie sich an, um fortzufahren!

Abonnenten
Sie haben kostenlosen Zugang zum Weiterlesen oder Herunterladen. Bitte melden Sie ich mit Ihren Zugangsdaten über die Anmeldebox an.

Nicht-Abonnenten
Wenn Sie Interesse an einem FTD-Abo haben, informieren Sie sich über die verschiedenen Abo-Angebote unter www.ftd.de/abo-vergleich.

Alternativ können Sie für den Zugriff auf den gewünschten Inhalt ein Tagesticket erwerben. Für den Erwerb eines Tagestickets müssen Sie bei uns registriert sein (zur Registrierung). Nach Registrierung melden Sie sich einfach über die Anmeldebox an. Anschließend können Sie das Tagesticket erwerben.

Das Tagesticket bietet für 2,50 € einen 24-Stunden-Vollzugriff auf...

  • ...alle Premium-Artikel auf FTD.de
  • ...das aktuelle ePaper (Zeitung als PDF) und 1-Monats-Archiv der FTD
  • ...die Nachmittagsausgabe FTD 17 Uhr (PDF)
  • ...alle Sonderbeilagen der FTD (PDF)
  • ...alle älteren Ausgaben der FTD über einen Archiv-Zugang
  • ...alle archivierten Online-Artikel
Login

Statten Sie Ihre Mitarbeiter oder Key-Accounts mit dem Informationsangebot der FTD aus. Über Unternehmenslösungen für Abonnements oder Online-Zugänge informiert Sie gern unsere Abteilung Business Cooperations, corporate-solutions(at)ftd.de.

Bei Fragen rund ums Abo wenden Sie sich bitte an unsere Service-Zentrale unter kundenservice@ftd.de
Bei Fragen oder Problemen zu Ihrer Einzelverkaufsabrechnung wenden Sie sich bitte direkt an Click & Buy
  • Aus der FTD vom 27.04.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  
Kommentare
  • 15.05.2010 19:51:32 Uhr   Angie: Ackermann for president!

    Das laufende Umschuldung-Karusellspiel fast aller grenzenlos überschuldeten EU-Staaten (auch Japans und USA) hängt einzig vom Wohlwollen der wenigen refinanzierenden Investmentbanken ab (hauptsächlich GS, JPM, DB).

    Sollten diese auf den 300.Mrd GR-Staatsanleihen mit "Haircut" bezahlen, würden sie in Umkehr flugs auch bei DE die mittlerweile täglich überlebensnotwendige Refinanzierung der 1700 Mrd. Staatsschuld sabotieren.
    In zwei Jahren der "Finanzkrise" haben diese dem Staat trotz unbegrenzter Massenkredite der EZB/FED feist das Messer der "Kreditklemme für Unternehmen" an die Kehle gesetzt und spekulieren statt dessen mit diesen Kreditbillionen frech rum und würden bei eigenem Involvieren in den Haircut allen Staaten die Refinanzierung ihrer exorbitanten Staatsschulden verweigern!

    So wurde aus der durch Politik der lockeren Hand verursachten Dauerüberschuldung der Staaten ein unabwendbares Damoklesschwert einer gegenseitigen Abhängigkeit zw. Staaten und den den Finanzmarkt oligopol beherrschenden wenigen Investmentbanken!
    Nun werden dem Steuerzahler Mrd. an GR & Co. als "nur" durch KfW durchgereichte Kreditvermittlungen geschickt verkauft, statt einer einzig das Problem dauerhaft lösenden Umschuldung/Haircut, Austritt/Abwertung und Wettbewerbsfähigkeitsgewinn.
    Das Schema wird auch mit Spanien so durchgezogen: die in der Baublase gegen jede Vernunft verbuddelten 325.Mrd sind mit 250.Mrd. der unantastbaren deutschen Banken finanziert - dies wird die sofortige Offenheit der deutschen Politik für analoge "altruistische" Stützung Spaniens zu zukunftsfernen Lasten des unwissenden Steuerzahlers ausgesprochen fördern!

    Problem: genau wie bei GR, der absehbaren Stütze anderer PIIGS-Staaten (Volumenvergleich zu GR: Spanien 4x, Italien 6x), den BadBanks der Landensbanken, HRE, Commerzbank, etc: die Politik verschiebt *selbstsichernd* die irren Billionen einfach in ferne aber suggestiv "abbezahlbare" goldene Zukunft.
    Dies in Ermangelung jedweden finanziellen Spielraums (Bestandschulden und ausufernde Ausgaben [keinesfalls je mangelnde Einnahmen!]).
    In Anbetracht der substanzvernichtenden Wirtschaftsentwicklung und dem kollabierenden Refinanzierungs-Pyramidenspiel kann dies so niemals aufgehen!

    Der finale Welt-EXIT dürfte geschehen im Spannungsfeld zw. der Abhängigkeitsunlösbarkeit der Staaten/Politik von *fürsorgenden* Investmentbanken, der explodierenden exponentiellen Zinseszinslast, dem starken Anstieg der Refinanzierungszinsen nach überfälliger Zurückführung der Marktflutung mit zinslosem Bankenkredit-Billionen durch EZB/FED (die bald alleinig nächste Finanzkrise auslösen wird!), der Auflösung der bei Zentralbanken (wissentlich angenommenen selbstbegebenen wertlosen) "besicherten" Anleihen (ABS) und der weiteren Entwicklung des vor gegenseitigen Abhängigkeiten strotzenden CDS-Graumarktes (wiederum dominiert durch die Investmentbanken als "Clearingstellen" mit Eigenkapital von 1% und Staatshaftung).

  • 14.05.2010 10:23:48 Uhr   r.obst: verstaatlichen
  • 30.04.2010 23:04:46 Uhr   Susi: Quo vadis res publica?!
  • 28.04.2010 13:14:48 Uhr   Anton Ym: ach, und nicht zu vergessen
  • 28.04.2010 10:10:56 Uhr   Thomas Müller: @Robert Schmidt:
Kommentar schreiben Pflichtfelder*




Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6339,94  [24.05 +0,38%
  Euro Stoxx 50 2161,87  [5.35 +0,25%
  Dow Jones 12461,45  [-68.3 -0,55%
  Nasdaq Composite 2836,59  [-2.79 -0,10%
  Euro 1,25139 USD  [-0.0021 -0,17%
  Brent-Öl 106,83 USD  [0.27 +0,25%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote