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Merken   Drucken   02.03.2010, 21:19 Schriftgröße: AAA

Kreditaufnahme in Fremdwährungen: Österreich verbietet Carry-Trades  

Die österreichische Finanzaufsicht FMA will der bei Verbrauchern beliebten Kreditaufnahme in Fremdwährungen einen Riegel vorschieben. Eine entsprechende Anordnung soll noch im März in Kraft treten. von Christian Höller, Wien und Christian Kirchner  Frankfurt
Die Aufnahme eines Kredits in Fremdwährung ist in der Alpenrepublik weit populärer als in Deutschland, wo diese Praxis nur ein Nischendasein führt: Laut Angaben der Nationalbank sind in Österreich ein Drittel aller privaten Baufinanzierungen in Schweizer Franken oder in Yen vergeben. Beide Länder gelten seit über einem Jahrzehnt im Vergleich zur Euro-Zone als Niedrigzinsländer. Bei einem Fremdwährungskredit in Yen  oder Franken  können Kreditnehmer bei gleichen Darlehensbeträgen ihre Zinslasten senken oder höhere Tilgungen vereinbaren. Sie tragen dann aber auch das Risiko von Wechselkursveränderungen: Die Kreditsumme kann sinken, wenn die Fremdwährung schwächelt, sie kann aber auch steigen.
Nach Ansicht der Aufsicht sind Finanzierungsgeschäfte in fremder Währung für private Kreditnehmer zu riskant. Nach jahrelanger Talfahrt haben der Yen und der Franken während der Finanzkrise zum Euro drastisch aufgewertet - der Franken in der Spitze um 13 Prozent, der Yen gar um 30 Prozent - und so zahlreiche Finanzierungen ins Wanken gebracht. Insgesamt stehen in Österreich 35 Mrd. Euro Kredite in fremder Währung aus - so viel wie in keinem anderen Land in Europa.

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