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Merken   Drucken   15.07.2008, 18:06 Schriftgröße: AAA

Kreditkrise: Ölpreis stürzt nach Bernanke-Rede ab  

Die Botschaft des Notenbankpräsidenten ist alles andere als euphorisch: Die US-Wirtschaft befindet sich in einer schwierigen Situation und das Kapitalmarktumfeld bleibt angespannt. Der Ölpreis fiel noch während der Rede um 8 $ auf rund 138 $. von Tobias Bayer (Frankfurt)
Vor dem Bankenausschuss des Senats sagte Fed-Präsident Ben Bernake: "Wie die Ereignisse in den vergangenen Wochen gezeigt haben, befinden sich die Finanzmärkte und die Kreditinstitute unter erheblichem Druck. Das hat auch mit dem unsicherem Ausblick für die US-Wirtschaft und damit für die Kreditqualität zu tun." Der Notenbanker stellte klar: "Die Finanzmärkte wieder zurück in den Normalzustand zu bringen, bleibt eine unserer obersten Prioritäten."
Zur US-Wirtschaft äußerte sich Bernanke ungewöhnlich kritisch: "Die US-Wirtschaft sieht sich mit diversen Schwierigkeiten konfrontiert. Dazu zählen die Anspannung auf den Kapitalmärkten, fallende Hauspreise und ein schwacher Arbeitsmarkt". Noch während der Fed-Chef redete, begann der Ölpreis zu fallen. Hatte ein Barrel der US-Sorte WTI am Nachmittag noch rund 146 gekostet, so notierte das WTI-Öl am Abend nur noch bei rund 138 $.
Das Positive: Die Fed hob ihre Wachstumsprognose für 2008 von 0,3 bis 1,2 im April auf jetzt 1,0 bis 1,6 Prozent an. Bei der Arbeitslosigkeit erwartet sie unverändert eine Rate von 5,5 bis 5,7 Prozent. Stark nach oben passte sie ihre Inflationsprognose an: Von 3,1 bis 3,4 Prozent erhöhte sie sie auf 3,8 bis 4,2 Prozent. Allerdings ließ sie die Voraussage für die Kerninflation unverändert bei 2,2, bis 2,4 Prozent. Das bedeutet, dass die Fed die Teuerungsgefahr auf den Anstieg bei Energie- und Lebensmittelpreisen zurückführt.

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  • FTD.de, 15.07.2008
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