Langfristige Trendanalyse des Dax anhand eines technisch-ökonometrischen Modells
Gleichzeitig zeigen die Modelle auch, dass sich die Wirtschaft aufgrund des weltweit massiv gestörten Geld- und Kreditflusses nur sehr mühsam aus dem Tal der Rezession wird befreien können, sodass sich die Konjunktur frühestens ab 2012 auf einem Niveau entwickeln sollte, das ihrem eigentlichen Potenzial entspricht. So lange aber werden Anleger hohe Ertragsrisiken bei den Unternehmensgewinnen in Kauf nehmen müssen. Um dieses Risiko auszugleichen, ist ein Abschlag auf das langjährige Mittel von mindestens drei KGV-Punkten auf zwölf angebracht, was einem Dax-Stand von 3120 Punkten entspräche. Werden in die Berechnung des fairen Werts weitere Kennzahlen wie etwa Buchwert, Verschuldungsgrad und Ertragsdynamik einbezogen, weist das ökonometrische Modelle zwar einen höheren Stand von 3600 Punkten aus. Dieser liegt aber immer noch 25 Prozent unter dem aktuellen Niveau. Nun gibt es aber am Aktienmarkt noch eine Reihe anderer Faktoren, die den wirtschaftlich fairen Wert des Dax überlagern können. Etwa die aktuell sehr hohe Liquidität, die nach renditeträchtigen Anlagemöglichkeiten sucht.
Hier kommt nun die technische Analyse zum Zug. Danach weist der Anstieg des Dax seit dem Frühjahrstief im Bereich von 3600 Punkten noch keine Anzeichen einer nachhaltigen Bodenbildung auf, was sich an zwei Punkten festmachen lässt: Zum einen ist das Handelsvolumen während der gesamten Anstiegsphase - trotz der hohen Liquidität am Markt - relativ gering gewesen. Das deutet darauf hin, dass lediglich zuvor eingegangene leerverkaufte Positionen (Short-Selling) wieder zurückgekauft wurden. Zum anderen würde der Index auf Basis der Dow-Theorie erst bei einem nachhaltigen Überschreiten des Widerstands bei 5300 Punkten eine Trendwende einläuten. Bis dahin bleibt der dominante sekundäre Abwärtstrend bestehen.