Grund dafür ist vor allem die Lage der technischen Indikatoren, die nicht ganz so positiv zu beurteilen ist. Am augenscheinlichsten ist das am Handelsvolumen zu erkennen. Das hat sich seit dem Erreichen des Tiefs im März auf relativ niedrigem Niveau stabilisiert. Wichtig dabei ist, dass es nicht einmal während der Ausbruchsphase aus der Bodenbildungsformation (im Bereich bei 5100 Punkten) im August ansprang. Aus markttechnischer Sicht ist das ein sehr negatives Zeichen, deutet es doch darauf hin, dass relativ wenige Marktteilnehmer den Ausbruch ausgelöst hatten. Dadurch besteht die Gefahr, dass eher zittrige Hände den jüngsten Anstieg begleiten und weniger mittel- bis langfristige Investoren, die auch bei Rückschlägen ruhig bleiben. Entsprechend gering ist die markttechnische Bedeutung des Ausbruchs aus der Bodenformation zu bewerten, und entsprechend hoch ist die Gefahr, dass das Ganze sich in den nächsten Wochen als Bullenfalle erweist.
Fazit: Die ökonometrische Fair-Value-Analyse zeigt einen extrem überbewerteten Aktienmarkt. Die Markttechnik könnte noch einige Zeit unterstützend wirken, doch mehren sich die Gefahrensignale. Brenzlig wird es, wenn die wichtige Unterstützungszone bei 5100/5200 Punkten nachhaltig gebrochen würde. Denn dann wäre die gesamte Aufwärtsstruktur seit dem März-Tief infrage zu stellen.
Mithin erscheint es angebracht, über Gewinnmitnahmen nachzudenken, um dann frühestens bei einem erfolgreichen Test der 5100er Zone den Wiedereinstieg zu wagen.