Langfristige Trendanalyse des S&P 500 anhand eines technisch-ökonometrischen Modells
So brechen die reinen Umsatzzahlen großteils dramatisch ein, ergo konnten die Erwartungen im abgelaufenen Quartal nur dank rigider Kosteneinsparungsmaßnahmen erfüllt werden. Die größte Last der Kosteneinsparungen tragen die Beschäftigten, was an der rasant ansteigenden Arbeitslosenquote in den USA abzulesen ist. Kurzfristig profitieren die Unternehmen zwar davon, da aber das Ausmaß des Arbeitsplatzabbaus enorm ist, wird sich dieser Effekt ab dem Mitte 2010 über eine deutlich sinkende Konsumneigung ins Negative verkehren, weshalb dann ein erneuter Schwächeanfall der Wirtschaft zu erwarten ist.
Werden die euphorischen Erwartungen an die Konjunktur nicht erfüllt, könnte die Hoffnung der Börse bitter enttäuscht werden. Denn gemessen an den hier verwendeten fundamental-ökonometrischen Modellen ist der S&P 500 aktuell um etwa 30 bis 40 Prozent überbewertet - durch positive Unternehmenszahlen kann das kaum relativiert werden.
Ein ganz anderes Bild liefert die Markttechnik. Der drastische Anstieg seit den Tiefs im März bei 666 Punkten mutiert immer mehr zu einer mittelfristigen Umkehrformation. Wichtig in diesem Zusammenhang ist der Widerstandsbereich bei 950 bis 1010 Punkten. Nur wenn dieser nachhaltig - also auch mit deutlich anziehendem Handelsvolumen - gebrochen würde, wäre die Bodenbildung des Index abgeschlossen und ein neuer Aufwärtstrend etabliert. Das langfristige Kursziel gäben dann die alten Höchststände vor. Daneben wäre auch der im Jahre 1975 begründete primäre Aufwärtstrend erneut bestätigt, was aus technischer Sicht eine noch größere Bedeutung hätte. Unterstützt wird der positive Chartverlauf auch von den technisch-ökonometrischen Indikatoren. So zeigt der LTD-Technik-Indikator durch ein Kaufsignal einen Aufwärtstrend des Index an.