Sollten die Euro-Finanzminister am Montag das nächste Hilfspaket für Griechenland beschließen, würde die Wahrscheinlichkeit einer Staatspleite von Hellas im März deutlich sinken - das berührt auch den Anleihemarkt. "Im Zuge der vorerst wohl abgewendeten Zahlungsunfähigkeit Griechenlands dürfte die Unterstützung für Bundesanleihen zwar etwas bröckeln", sagt Alexander Krüger, Chefkapitalmarktstratege beim Bankhaus Lampe. Er warnt aber davor, dass Investoren nun auch die Fähigkeit Portugals und eventuell Frankreichs stärker hinterfragen könnten, mit der Schuldenlast fertig zu werden.
Mit einem markanten Renditeanstieg über 2,0 Prozent bei Bundesanleihen mit zehnjähriger Laufzeit sei daher nicht zu rechnen; in der abgelaufenen Woche legte die Rendite nur um zwei Basispunkte auf 1,93 Prozent zu. Die Zinsen steigen, wenn die Nachfrage sinkt und die Kurse nachgeben.
Bei italienischen und spanischen Staatsanleihen nahm hingegen die Zinsdifferenz zu deutschen Papieren weiter ab. Auf Wochensicht gab es trotz der Verunsicherung um die Rettung Griechenlands in Italien ein Minus von sechs Basispunkten und in Spanien einen Rückgang um elf Basispunkte.
Die Rettung der Griechen wird auch an den Devisenmärkten das Gesprächsthema Nummer eins bleiben. Selbst wenn die Finanzminister ihr Okay gegeben haben, gibt es weitere Hürden; so müssen etwa die Parlamente in den Niederlanden, Finnland und Deutschland noch zustimmen.
"Die Griechenlandfrage wird ein Stressfaktor für mindestens die nächsten sechs bis acht Wochen bleiben", sagt Armin Mekelburg, Währungsstratege bei Unicredit. Bis Freitagmittag hat der Euro 0,4 Prozent abgegeben. Nachdem der Kurs zeitweise unter 1,30 Dollar gerutscht war, hielt sich die Gemeinschaftswährung zum Wochenschluss noch bei mehr als 1,31 Dollar.
Am Aktienmarkt blicken die Akteure ebenfalls auf die Ereignisse rund um Griechenland. "Sollte sich die Eurogruppe auf ein Ja zum zweiten Rettungspaket einigen, wäre das ein positives Signal an die Märkte und der DAX könnte die 7000 Punkte nehmen", sagt Postbank-Aktienstratege Heinz-Gerd Sonnenschein: "Wenn es keine Einigung gibt, wäre das aber auch nicht tragisch, dann wursteln wir halt mit der Belastung im Nacken weiter vor uns hin."
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