Hellas ist vorerst gerettet, doch an den europäischen Aktienmärkten zeigen sich die Anleger weitgehend unbeeindruckt. An der Wallstreet hingegen verbucht man leichte Anstiege. Home Depot und Kraft Foods legen zu.
Trotz der neuen Milliarden für Athen wollten sich die Anleger am Dienstag nicht so recht freuen. Eine Erleichterungs-Rally blieb aus. Analysten warnten, dass ein Programm für eine Erholung der griechischen Wirtschaft eine Herkules-Aufgabe sei. In Frankfurt ging der DAX mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 6908 Punkten aus dem Handel.
Die vorläufige Rettung Griechenlands hat der Wallstreet am Dienstag dagegen Auftrieb verliehen. Die US-Börsen zeigten im Vergleich zum Freitag leichte Zuwächse, nachdem sie zu Wochenbeginn wegen eines Feiertags geschlossen geblieben waren. Die Gewinne hielten sich aber in Grenzen, weil die Einigung auf ein neues Hilfspaket für Griechenland im Kursanstieg der vergangenen Wochen laut Analysten bereits eingepreist war.
Das zweite Hellas-Programm sei zwar eine willkommene Nachricht, doch die Anleger hegten noch erhebliche Zweifel, ob eine Lösung für Griechenland auch eine Trendwende für die gesamte Eurozone bedeute, sagte Peter Kenny von Knight Capital. In der Nacht zum Dienstag hatten sich die Euro-Länder nach einer monatelangen Hängepartie auf Hilfen für Griechenland im Volumen von 130 Mrd. Euro verständigt.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte mittags 0,3 Prozent fester bei 12.988 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,4 Prozent auf 1367 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte ebenfalls 0,4 Prozent auf 2962 Punkte zu.
Bei den Einzelwerten waren die Blicke der Anleger vor allem auf Konzerne aus der Konsumbranche gerichtet, die ihrer Bilanzen vorstellten. Der weltgrößte Einzelhändler Wal-Mart machte ausgerechnet im Weihnachtsquartal weniger Umsatz als von Experten erwartet. Die Aktie gab 3,8 Prozent ab.
Dagegen kamen von Home Depot und Kraft Foods ermutigende Signale zur Entwicklung der US-Wirtschaft, die zu zwei Dritteln von den Verbrauchern abhängig ist. Der Baumarktkette Home Depot kam das milde Winterwetter zugute, da viele Kunden im vierten Quartal ihre Frühlingseinkäufe vorzogen. Das Unternehmen legte sowohl bei Umsatz als auch Gewinn kräftig zu. Die Anleger honorierten dies mit Kursaufschlägen von 1,4 Prozent.
Einen Gewinnsprung machte auch der Lebensmittelkonzern Kraft. Dank eines harten Sparprogramms verdoppelte der Hersteller von Milka-Schokolade, Miracoli-Nudelgerichten und Jacobs-Kaffee seinen Gewinn im abgelaufenen Quartal auf 830 Mio. Dollar. Die Kraft-Aktie kletterte um 1,7 Prozent.
Computerhersteller Dell sollte seine Zahlen für das vierte Quartal nach Handelsschluss vorlegen. Die Schweizer Bank UBS erhöhte das Preisziel für die Anteilsscheine des Hewlett-Packard- -Konkurrenten von 19 auf 22 Dollar und sprach eine Kaufempfehlung aus. Das Dell-Papier gewann 0,7 Prozent.
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