Der deutsche Leitindex rauscht zeitweise auf ein Jahrestief. Auch in Mailand, Paris und London fallen die Kurse kräftig - aus Angst vor einer weltweiten Rezession. Die Börsen in Asien gehen mit Verlusten ins Wochenende.
Die Angst vor einem Abgleiten der Weltwirtschaft in die Rezession hat den DAX am Freitag erneut auf Talfahrt geschickt. Der Leitindex rutschte zweitweise um bis zu 4,6 Prozent auf 5345,36 Zähler ab - den tiefsten Stand seit November 2009. Später erholte er sich leicht.
Der MDAX der mittelgroßen Werte gab zeitweise um 4,3 Prozent auf 8172 Punkte nach, und der Technologiewerte-Index TecDAX sank um 3,4 Prozent. Auch die Börsen in London, Paris und Mailand notierten im Minus. "Die Märkte sind sehr ängstlich und verunsichert", sagte Stefan Chmielewski vom Brokerhaus Lang & Schwarz.
Anleger flüchten in Gold und Franken
Gefragt war zum Wochenschluss Gold: Der Preis für das Edelmetall kletterte mit 1867,30 Dollar je Feinunze (ca. 31,1 Gramm) auf ein Rekordhoch. Von Öl ließen die Anleger wegen der Sorgen um eine rückläufige Nachfrage die Finger: Die US-Rohölsorte WTI verbilligte sich um bis zu 3,9 Prozent auf 79,17 Dollar je Barrel (159 Liter). "Der Druck auf den Preis hält an, auch ein Abrutschen auf bis zu 75 Dollar ist denkbar", sagte Tony Nunan von Mitsubishi Corporation.
Am Devisenmarkt steuerten viele Anleger angesichts der immensen Nervosität den Franken als sicheren Hafen an. Zur Gemeinschaftswährung zog die alpenländische Währung um rund ein Prozent an, so dass für einen Euro 1,1252 Franken gezahlt werden mussten.
Asiens Börsen schließen im Minus
Die Börsen in Asien waren den schlechten Vorgaben vom Vortag aus Europa und den USA gefolgt. In Japan schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,5 Prozent im Minus bei 8719 Zählern. Für das wichtige Kursbarometer war es der dritte Verlusttag in Folge. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 2,0 Prozent auf 751 Punkte. In Südkorea stürzte der Aktienindex Kospi mehr als sechs Prozent ab. Auch die Börsen in Shanghai , Hongkong , Taiwan und Singapur mussten Federn lassen.
Der Dow-Jones-Index in New York war am Vorabend um 3,7 Prozent auf 10.990 Punkte abgestürzt. Die Verunsicherung der Anleger sorgte auch schon am Donnerstag für einen Einbruch beim DAX , der fast sechs Prozent schwächer aus dem Handel ging.
Bauchschmerzen bereitete den Anlegern eine ganze Reihe schwacher US-Konjunkturdaten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe legten unerwartet stark zu, die Teuerung fiel höher aus als erwartet, Immobilienverkäufe gingen deutlich zurück und auch die Industrie erlebt offenbar eine neue Flaute.
Im DAX standen BMW-Titel ganz oben auf den Verkaufslisten. Die Aktien verloren zeitweise fünf Prozent. Stärker unter Druck waren auch Deutsche Bank und Commerzbank.
Im TecDAX verbilligten sich Centrotherm um 4,6 Prozent auf 21,17 Euro. Auch Singulus und Solarworld verloren jeweils mehr als vier Prozent. Am anderen Ende des Index stiegen Software um 3,7 Prozent auf 27,55 Euro. Auch Gigaset legten mehr als drei Prozent zu.
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