Der DAX ist am Dienstag weiter gestiegen und der 7000-Punkte-Marke ein Stück näher gekommen. Von Marktexperten hieß es, die anhaltende Hoffnung auf liquiditätsfördernde Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) stützten den Aufwärtstrend. Der Leitindex beendete den Handelstag mit einem Zuwachs von 0,7 Prozent bei 6967 Punkten - enttäuschende Konjunkturdaten aus Deutschland und Italien hatten nur kurzzeitig gebremst. Damit knüpfte das Barometer an die knapp fünf Prozent Plus der vorangegangenen beiden Handelstage an. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,2436 Dollar festgesetzt.
"Nachdem der deutsche Aktienmarkt in den vergangenen Tagen einen förmlichen Draghi-Sprint vollzogen hat, hellt sich die Gesamtmarktlage nun stark auf", sagte Händler Andreas Lipkow von MWB Fairtrade. Investoren schöpften Hoffnung, dass das Wirtschaftswachstum schon sehr bald wieder Fahrt aufnehmen werde. Marktteilnehmer sehen nach der jüngsten Rallye allerdings auch die steigende Möglichkeit von Gewinnmitnahmen. Dass die deutsche Industrie im Juni wegen der Konjunkturflaute und der Krise das größte Auftragsminus seit November verbuchte, bestärkte die Investoren in ihrer Überzeugung, sagten Analysten. "Die Daten werden die EZB zwingen, etwas zu tun und wahrscheinlich auch die Fed dazu verleiten", sagte Peter Cardillo, Chef-Marktstratege bei Rockwell Global Capital.
Die Aktien des weltgrößten Rückversicherers Munich Re stiegen um 0,51 Prozent, nachdem dieser sich optimistischer für das laufende Jahr geäußert hatte und auf gutem Kurs sieht, den ursprünglich angestrebten Jahresgewinn von 2,5 Mrd. Euro leicht zu übertreffen. Nach überzeugenden Halbjahreszahlen von Eon legten die Aktien des größten deutschen Energiekonzerns um 1,96 Prozent zu.
Der MDAX rückte um 0,37 Prozent auf 11.167. Stahlwerte wurden gekauft, weil sich laut Händlern nun eine Bodenbildung bei den Stahlpreisen abzuzeichnen scheint. Zudem seien Stahlaktien dem Gesamtmarkt in jüngster Zeit hinterher gelaufen, hieß es. Die Papiere von ThyssenKrupp verteuerten sich nach ihrem kräftigen Vortagesplus um weitere 2,66 Prozent. Klöckner & Co sprangen im MDAX mit einem Aufschlag von 8,45 Prozent auf den ersten Platz.
Ferner gewannen im MDAX die Titel des Roboterbauers Kuka nach einem überraschend hohen Umsatz- und Gewinnsprung im zweiten Quartal und angehobener Unternehmensprognose 2,88 Prozent.
Dem TecDAX gelang mit plus 0,07 Prozent auf 796 Punkte knapp der Sprung in die Gewinnzone. Die Titel von Pfeiffer Vacuum sanken um 2,24 Prozent, nachdem der Spezialpumpen-Hersteller wegen der Konjunkturabkühlung einen Umsatz- und Gewinnrückgang ausgewiesen hatte.
Der EuroStoxx 50 gewann 1,71 Prozent und Schloss bei 2440 Punkten. Die Börse in Paris schloss ebenfalls deutlich im Plus, die in London legte etwas verhaltener zu. Am US-Aktienmarkt stand der Dow Jones zum europäischen Börsenschluss mit etwas über einem halben Prozent im Plus.
Am Rentenmarkt stieg die durchschnittliche Rendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,11 Prozent am Vortag auf 1,12 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,03 Prozent auf 134 Punkte. Der Bund-Future sank um 0,70 Prozent auf 142 Punkte.