Die Abstimmung über das Sparpaket im Athener Parlament beruhigt die Anleger. Auch die Gerüchte über eine baldige Einigung mit Griechenlands Privatgläubigern beflügeln die Börsen. Autowerte sind besonders begehrt.
Das Ja des griechischen Parlaments zum umstrittenen Sparpaket hat an den europäischen Aktienmärkten für Erleichterung gesorgt. Der DAX schloss 0,7 Prozent fester bei 6738,47 Zählern, der EuroStoxx50 rückte um 0,3 Prozent auf 2487 Punkte vor. Gebremst wurde die Aufwärtsbewegung an den europäischen Börsen durch die Wall Street, die von der positiven Grundstimmung nicht profitierte. Dow Jones und S&P 500 notierten zum Handelsschluss in Europa 0,4 beziehungsweise 0,5 Prozent im Plus.
"Die Leute waren dabei, die Geduld mit Griechenland zu verlieren", sagte Markus Huber, Chef-Händler von ETX Capital. "Zum Schluss haben sich die Griechen aber zusammengerauft und das ist definitiv positiv."
Aus Sicht vieler Analysten sind die neuen Milliardenhilfen für Griechenland aber noch längst garantiert. "Es besteht weiterhin die Angst, dass die griechischen Bemühungen, die Sparziele zu erfüllen, nicht zuletzt wegen des fehlenden Rückhalts der Bevölkerung scheitern könnten", sagte Helaba-Analyst Christian Schmidt in einem Kommentar.
In den Gesprächen über einen Schuldenschnitt der Privatgläubiger ist Griechenland kurz vor der Ziellinie: Die Einigung soll laut der Nachrichtenagentur Reuters vermutlich nach dem Treffen der Euro-Gruppe verkündet werden. Im Rahmen eines freiwilligen Anleihentausches müssten die Gläubiger vermutlich Belastungen von 70 Prozent auf ihre griechischen Bonds verkraften, sagte ein mit dem Vorgang vertrauter Banker.
Die Athener Börse legte am Montag um 4,7 Prozent zu, der Leitindex in Lissabon gewann 1,3 Prozent. Portugal gilt neben Griechenland als zweiter möglicher Pleitekandidat der Eurozone. Am deutschen Aktienmarkt erhielten die Finanzwerte Auftrieb. Papiere der Commerzbank und der Deutsche Bank' kletterten im DAX um 1,6 beziehungsweise 0,5 Prozent. Der Europäische Branchenindex verbuchte ein Plus von 0,3 Prozent, der griechischen Bankenindex rückte um rund zwölf Prozent vor.
Gegen den europäischen Branchentrend gingen die Bankentitel in Paris indes mit einem Minus aus dem Handel, nachdem die französische Bankenaufsicht grünes Licht für die Wiederaufnahme von Leerverkäufen für Finanzaktien gegeben hatte. Credit Agricole, Societe Generale und BNP Paribas waren im CAC40 mit Verlusten zwischen 33,6 und 2,1 Prozent die drei größten Verlierer.
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