Zum ersten Mal seit April hat der DAX am Donnerstag die Marke von 7000 Punkten geknackt. Den nötigen Schwung erhielt der deutsche Leitindex am Nachmittag, nachdem ein wichtiger US-Konjunkturindex enttäuschte. Die daraufhin hochkochenden Spekulationen über neue Hilfen der US-Notenbank trieben die Aktienkurse nach oben. Zum Handelsschluss fiel das Börsenbarometer jedoch wieder unter die 7000er-Marke und legte nur noch um 0,71 Prozent auf 6996 Punkte zu. Der MDAX stieg um 0,61 Prozent auf 11.093 Punkte. Auch der TecDAX ging um 0,85 Prozent auf 785 Punkte nach oben. Der Euro kletterte am Donnerstag deutlich über 1,23 US-Dollar.
Die Sorge um ein Ende der Politik des billigen Geldes, die das Börsenbarometer vor etwas mehr als vier Monaten noch unter die 7000er-Marke gedrückt hatte, hat sich inzwischen in ihr Gegenteil verkehrt: Im Grunde habe der DAX in den vergangenen Wochen nur so kräftig zugelegt, weil wieder allerorts auf weitere Unterstützung durch die Notenbanken gehofft werde, sagte Marktanalyst Christoph Schmidt von der N.M.F. Nahrung gaben solchen Spekulationen Börsianern zufolge auch die an diesem Donnerstag veröffentlichten US-Konjunkturdaten, die eher enttäuscht hatten.
Nach der fast beendeten Berichtssaison standen nur noch wenige Unternehmen mit Zahlen im Blick. Die Aktien von Gagfah legten im MDAX um 5,21 Prozent zu und waren damit der zweitbeste Indexwert. Wichtiger als der Quartalsbericht seien die erfreulichen Aussagen des hochverschuldeten Immobilienunternehmens zu seiner Refinanzierung gewesen, sagten Börsianer. Die Aktien von Vossloh zogen um 2,30 Prozent an. Der Milliardär Heinz Hermann Thiele will nun doch bei dem Verkehrstechnikkonzern mitreden. Der Eigentümer des Bremssystemherstellers Knorr-Bremse strebt "eine Einflussnahme auf die Besetzung von Verwaltungs-, Leitungs- und/oder Aufsichtsorganen an", teilte Vossloh mit.
An der DAX-Spitze kletterten die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Merck um 3,60 Prozent nach oben. Sie bauten damit ihre Gewinne seit den am Dienstag vorgelegten, starken Quartalszahlen weiter aus. Sie erreichten den höchsten Stand seit Anfang Juli 2008.
In Europa stieg der EuroStoxx 50 um 1,08 Prozent auf 2456,53 Punkte. Auch der Pariser Leitindex und der britische "Footsie" legten zu. In den USA verbuchten die wichtigsten Indizes zum Zeitpunkt des europäischen Börsenschlusses Gewinne.