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Merken   Drucken   09.11.2012, 18:02 Schriftgröße: AAA

Marktbericht: Schlechte Woche für den DAX

Negative Konjunkturdaten aus Frankreich und Italien sowie Sorgen über Europas Schuldenkrise haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss belastet. Der DAX fiel auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten.
© Bild: 2012 Reuters/STAFF
Negative Konjunkturdaten aus Frankreich und Italien sowie Sorgen über Europas Schuldenkrise haben den deutschen Aktienmarkt zum Wochenschluss belastet. Der DAX fiel auf den niedrigsten Stand seit zwei Monaten.

Aus Furcht vor weiteren Rückschlägen für die Weltwirtschaft haben sich Anleger am Freitag aus den europäischen Aktienmärkten zurückgezogen. Etwas besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten bremsten den Abstieg jedoch. "Kurzfristig sehen wir die Möglichkeit weiterer Kursverluste", sagte James Butterfill, Anlagestratege beim Vermögensverwalter Coutts. "Dies könnte allerdings interessante Kaufgelegenheiten eröffnen."

"In den Köpfen der Händler schwirren im Moment viele Sorgen umher: Von der 'Fiskalklippe' in den USA über schwache Wirtschaftsdaten aus der Euro-Zone und das Warten auf Spaniens Hilfsantrag bis hin zur Finanzlage von Griechenland, wo es wieder spannend wird", sagte Mike van Dulken, Leiter der Analyseabteilung bei Accendo Markets.

Der DAX  verabschiedete sich mit einem Minus von 0,6 Prozent bei 7163 Punkten ins Wochenende. Damit summierte sich für den deutschen Leitindex das Minus der vergangenen fünf Handelstage auf 2,7 Prozent. Er war am Nachmittag zeitweise sogar auf ein Zwei-Monats-Tief von 7064 Punkten gefallen. Der MDAX  sank am Freitag um 0,37 Prozent auf 11.340,87 Punkte und der TecDAX  um 0,45 Prozent auf 803,09 Punkte. Der EuroStoxx50  schloss, getragen von einer Erholung an der Wall Street, mit 2479 Zählern knapp im Plus. Der US-Standardwerteindex Dow Jones  lag nach anfänglichen Verlusten bei Börsenschluss in Deutschland 0,2 Prozent im Plus.

"Fiskalklippe" könnte Erholung stoppen

Für leichte Entspannung sorgte am Nachmittag der Index des US-Verbrauchervertrauens. Er lag mit 84,9 Punkten auf dem höchsten Stand seit mehr als fünf Jahren. Der Konsum macht rund 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung aus. Die Erholung der US-Konjunktur könnte von der nahenden "Fiskalklippe" aber abrupt gestoppt werden, sagte Analyst Joe Manimbo von Western Union Business Solutions. "Es steht viel auf dem Spiel und es wird eine Menge Schwung verloren gehen, wenn sich die Politiker nicht am Riemen reißen."

In den USA laufen zum Jahreswechsel Steuererleichterungen aus und es stehen automatische Ausgabenkürzungen an, falls sich Präsident und Kongress nicht auf einen neuen Etat einigen können. Nach Ansicht der Experten könnte die weltgrößte Volkswirtschaft in eine Rezession stürzen.

Die Haushaltslage vieler europäischer Staaten ist ebenfalls angespannt. In Griechenland soll am Sonntag über den Etat abgestimmt werden, nachdem das dazugehörige Spar-Paket das Parlament nur mit hauchdünner Mehrheit passiert hatte. Von diesem Votum hängt ab, ob Griechenland weitere Finanzhilfen erhält. Spanien hat bislang nur Gelder für seinen maroden Bankensektor beantragt. Seit Wochen wird darüber spekuliert, ob und wann das Land komplett unter den Rettungsschirm schlüpft.

Vor diesem Hintergrund nahmen einige Investoren mit ihrem Geld Kurs auf den "sicheren Hafen" Bundesanleihen. Der Bund-Future legte 15 Ticks auf 143,13 Punkte zu. Damit notierte er so hoch wie zuletzt Anfang September.

Finanzwerte unter Druck

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Am Aktienmarkt gerieten die Finanzwerte unter Druck, die üblicherweise besonders sensibel auf sämtliche Nachrichten rund um die Schuldenkrise reagieren. Der Index für die Banken der Euro-Zone rutschte um ein Prozent ab. Zu den größten Verlierern zählten hier Deutsche Bank , Credit Agricole  und Commerzbank , die zwischen 2,3 und 6,3 Prozent einbüßten.

Bei der Commerzbank wirkte die Enttäuschung über die am Vortag vorgelegten Zahlen und die Umbaupläne nach. Das Geldhaus will bis 2016 durch Milliardeninvestitionen neue Kunden in ihre Filialen locken und gleichzeitig 1 Mrd. Euro an Kosten sparen. "Wir interpretieren die gesamte Roadmap 2016 als Kostenmanagementstory und weniger als Wachstumsinitiative oder Neuausrichtung", schrieb LBBW-Analyst Ingo Frommen in einem Kommentar. "Ein Happy End im Jahr 2016 ist mit vielen Unsicherheiten behaftet."

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