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Merken   Drucken   28.06.2012, 22:13 Schriftgröße: AAA

Milliardenpanne: JP Morgan hat bis zu 6 Mrd. Dollar verzockt

Die US-Großbank JP Morgan ging nach der Milliardenpanne zunächst von einem Verlust von 2, maximal 3 Mrd. Dollar aus. Einem Insider zufolge erwartet das Institut aber, dass 4 bis 6 Mrd. Dollar verloren sind.
© Bild: 2012 AFP/MARIO TAMA
Die US-Großbank JP Morgan ging nach der Milliardenpanne zunächst von einem Verlust von 2, maximal 3 Mrd. Dollar aus. Einem Insider zufolge erwartet das Institut aber, dass 4 bis 6 Mrd. Dollar verloren sind.

JP Morgan Chase hat Kreisen zufolge mit komplexen Finanzpapieren dramatisch mehr verspekuliert als bislang angenommen. Die größte US-Bank gehe von einem Verlust von 4 bis 6 Mrd. Dollar aus, sagte eine mit der Angelegenheit vertraute Person am Donnerstag. Zuvor hatte die "New York Times" über einen internen Bericht geschrieben, wonach die größte US-Bank schon vom April im schlimmsten Falle von einem Verlust von 8 bis 9 Mrd. Dollar ausgegangen war.

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Die Konzernspitze hatte den Verlust am 10. Mai auf 2 Mrd. Dollar beziffert - einen Anstieg um "1 Mrd. Dollar oder mehr" aber nicht ausgeschlossen. JP Morgan wollte sich zu dem Bericht jetzt nicht äußern. An der Wall Street verkauften Anleger die Aktie: Nach starken Kursverlusten ging das JP Morgan-Papier  2,6 Prozent leichter aus dem Handel.

Auch wenn die Verluste deutlich höher ausfallen als bislang angenommen: Das Genick brechen würden sie JP Morgan lange nicht. Die Bank verdiente allein im vergangenen Jahr 19 Mrd. Dollar. Bankchef Jamie Dimon hatte angekündigt, sich mit der Bekanntgabe des Zwischenberichts am 13. Juli ausführlicher zum Umfang des Schadens zu äußern. Dimon hatte das Spekulationsdesaster mit einer schlechten Überwachung der Händler und deren Ahnungslosigkeit begründet. Trotz der Verluste werde die Großbank im laufenden Quartal einen soliden Gewinn verbuchen.

Analysten warnten Investoren davor, ausschließlich auf die exakte Schadenssumme zu schauen. Entscheidend sei, welche Auswirkungen die Reaktion der Bank auf deren Ertragskraft habe, schrieb Christopher Mutascio von Stifel Nicolaus & Co.

Vergangene Woche hatte die US-Börsenaufsicht SEC angekündigt, das Kommunikationsverhalten der US-Bank unter die Lupe zu nehmen. Die Behörde prüft, ob das Geldhaus bei seiner Bilanzvorlage im April die Investoren getäuscht hat, sagte SEC-Chefin Mary Schapiro bei einer Anhörung im US-Repräsentantenhaus.

Das Kreditinstitut habe bei der Präsentation der Quartalszahlen die Änderung am Risikomodell nicht erwähnt. Die SEC-Regeln erfordern aber, dass Informationen wahrheitsgemäß und komplett übermittelt werden.

Bankchef Jamie Dimon sagte bei der Anhörung, dass die Bank stets ehrlich mit den Aktionären gewesen sei.

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  • Reuters, 28.06.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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