Nachwehen des Stresstests:Europas Banken auf der Verliererstraße
Der Banken-Stresstest kann die Märkte nicht beruhigen. Europaweit gehen die Leitindizes in die Knie. Besonders hart erwischt es einmal mehr Finanztitel.
Die Behörden hatten gehofft, die Veröffentlichung der Ergebnisse des europäischen Bankenstresstests könnte für Beruhigung an den Aktienmärkten sorgen. Das Gegenteil ist der Fall. Zum Wochenauftakt gerieten die Indizes europaweit ins Rutschen. Besonders hart erwischte es einmal mehr die Banken.
Im Euro-Zone-Auswahlindex EuroStoxx 50 belegten Banken und Versicherungen mit Verlusten zwischen knapp zwei und fast vier Prozent die neun letzten Indexpositionen. Im Stoxx50, der zusätzlich noch britische und Schweizer Werte enthält, zeigte sich das gleiche Bild. Mit ABB findest sich lediglich ein Nicht-Finanz-Wert unter den zehn schlechtesten Titel.
"Eigentlich hat der Stresstest eher die Unsicherheit verstärkt, aber keinesfalls die erwünschte Beruhigung gebracht", sagte ein Aktienhändler der Nachrichtenagentur Bloomberg. Acht von 90 getesteten Banken bestanden den Test nicht - fünf aus Spanien, zwei aus Griechenland und eines aus Österreich.
Neben dem Stresstest belastete weiterhin die Ungewissheit über den Ausgang der Schuldenkrise in den USA und Europa. Zwar seien die Stresstest-Ergebnisse etwas besser ausgefallen als erwartet, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters einen Händler: "Aber das wird die Märkte kaum beruhigen, solange es in Europa und den USA brennt." Hinzu komme, dass viele die Aussagekraft der Stresstests anzweifelten, weil das Bankrottszenario eines Euro-Landes ausgeklammert worden sei.
Die europäische Bankenaufsicht EBA spielte lediglich einen 25-prozentigen Abschlag auf im Handelsbuch gehaltene zehnjährige griechische Anleihen durch - diese werden jedoch derzeit zu einem Kurs von 51 Cent je Euro gehandelt. Zudem zeigen die Credit Default Swaps auf Griechenland eine 90-prozentige Ausfallwahrscheinlichkeit des Landes an.
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