Künftig sollen sich Händler von Brokerhäusern Geld zum Aktienkauf leihen dürfen ("margin trade"), wodurch sie mehr Wertpapiere kaufen können als bisher. Außerdem kündigten Chinas Behörden am Sonntag die Einführung von Leerverkäufen ("short sales") an. Dabei leihen sich Händler Aktien von anderen Börsianern und verkaufen sie in der Hoffnung, Profit zu machen, wenn der Kurs fällt. Da diese Geschäfte den Abwärtstrend von Aktien dramatisch beschleunigen können, sind sie wegen der Finanzkrise derzeit an vielen Börsen weltweit ausgesetzt.
China plant seit langem Reformen an seinen Aktienmärkten, hat diese wegen enormer Kursschwankungen in den vergangenen Jahren jedoch mehrfach aufgeschoben. Ab wann die neuen Spekulationsformen, die in einer Versuchsphase zunächst bei einigen Aktien getestet werden sollen, in Kraft treten, blieb zunächst offen. Experten erwarten, dass die chinesischen Börsen von den angekündigten Maßnahmen stabilisiert werden.
Dazu hatte China zuletzt bereits mit seinem Staatsfond Aktien gekauft und die Besteuerung von Aktiengewinnen abgeschafft. Manche Investoren hoffen, dass die Behörden bald auch den Terminhandel mit Aktien ("futures") einführen.