Kursinformationen und Charts
Ein Blick auf die Zahlen von
Danone zeigt zwar, dass dies mit Preissenkungen und Sonderaktionen wie beispielsweise Sparpackungen im Großen und Ganzen gut geglückt ist - aber nicht in allen Unternehmenssparten. "Vor allem das Wassergeschäft hat sich im ersten Halbjahr mit einem organischen Umsatzminus von zwei Prozent enttäuschend entwickelt", so René Weber, Aktienanalyst der Bank Vontobel. Zwar leidet die gesamte Branche unter dieser Entwicklung. Allerdings spielt die Mineralwassersparte bei Danone mit einem Umsatzanteil von rund 20 Prozent eine weitaus dominantere Rolle als etwa bei
Nestlé (acht Prozent).
Anfang Juni wurde an der Börse jedoch die Trendwende eingeläutet. Die Kurserholung in Höhe von 25 Prozent schätzen Experten solide ein. "Danone ist stärker fokussiert als die Mitbewerber und weist zudem höhere Wachstumsraten auf als die Konkurrenten. Von diesem Wettbewerbsvorteil sollte auch der Aktienkurs profitieren", sagt Weber.
Die Wachstumsraten der Franzosen können sich sehen lassen: Während das in den Bereichen Milchprodukte, Wasser, Baby- und Gesundheitsnahrung tätige Unternehmen zwischen 2000 und 2008 ein organisches Wachstum von durchschnittlich 7,4 Prozent pro Jahr erreichte, kommt Konkurrent Nestlé lediglich auf ein Plus von 5,8 Prozent. Der niederländische Lebensmittelproduzent
Unilever schaffte gar nur einen Anstieg von jährlich drei Prozent.
Kurzfristig könnten Aktionäre davon profitieren, dass Danone jüngst die Kooperation mit dem chinesischen Partner Wahaha beendet hat. Streitereien brachten seit Beginn Unruhe in das Joint Venture. "Die Zusammenarbeit hat den Aktienkurs seit Jahren belastet. Daher macht es durchaus Sinn, dass Danone nun einen Schlussstrich gezogen hat", so Weber. Die Gefahr, dass die Franzosen im Reich der Mitte künftig weniger stark wachsen werden, sieht Fondsmanager Weis nicht. "Danone ist schon seit Jahren mit eigenen Marken stark auf dem chinesischen Markt vertreten."
Die Stimmung auf dem US-amerikanischen Markt steigt wieder. Laut Marktforschungsinstitut AC Nielsen wurde in den vier Wochen zum 8. August der US-Absatz im Kerngeschäft Molkereiprodukte um 14 Prozent gesteigert. Gegessen und getrunken wird halt immer.
Franz von den Driesch ist freier Autor der Gruner + Jahr Wirtschaftsmedien.