Es bestehe die Möglichkeit, dass angesichts des Preisrückgangs bei Öl die Konsumausgaben anziehen", sagte Biggs. Allerdings sollten die Anleger warten, bis der Ölpreis noch weiter von seinem Hoch vom Juli zurückgefallen sei und die Zentralbanken die Zinsen senkten, rät er. Am Dienstag kostete Rohöl der US-Sorte WTI so wenig wie seit fast einem halben Jahr nicht mehr. Der Preis liegt inzwischen 28,6 Prozent unter dem Rekordhoch vom Juli.
Biggs leitet den Hedge-Fonds Traxis Partners LLC, der in den ersten acht Monaten des Jahres rund zehn Prozent seines Wertes verloren hat. Davor war er Chefstratege der Investmentbank Morgan Stanley.
Im März hatte Biggs einen Anstieg von 1000 Punkten im US-Index Dow Jones Industrial Average prognostiziert. In den darauf folgenden zwei Monaten kletterte das Börsenbarometer um mehr als 1100 Punkte. Weniger treffsicher zeigte sich Biggs mit seiner Prognose, dass der Standard & Poor's 500 Index in diesem Jahr ein Rekordhoch erreichen werde. Im Gegenteil: Der S&P 500 fiel vor wenigen Tagen auf den niedrigsten Stand seit 2005.
Am Markt für Wohnimmobilien, der aktuell den größten Einbruch seit der Weltwirtschaftskrise in den 30er-Jahren erlebt, sieht Biggs für die nächsten sechs bis neun Monate kaum eine Besserung. Im zweiten Quartal lag die Zahl der Zwangsvollstreckungen von Häusern so hoch wie seit annähernd drei Jahrzehnten nicht mehr, teilte der Verband der US-Hypothekenbanken vor wenigen Tagen mit.
Der Ausgang der US-Präsidentenwahl im November wird laut Biggs keine Auswirkungen auf den Aktienmarkt haben. Die Kurse würden steigen, egal ob
John McCain oder
Barack Obama gewählt werde, so der Hedge-Fonds-Manager.