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02.03.2009, 09:34
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Die Gelddruckmaschine
Wenn Notenbanken die Geldhähne aufdrehen, brechen goldene Zeiten für Druckhäuser wie De La Rue an. Die Aktie ist auf historischem Hoch.
von Matthias Pindter
Frage: Wer macht selbst in der Krise noch Geld? Antwort: Die Zentralbanken und ihre Zulieferer, namentlich die Gelddrucker. Der größte unter ihnen ist die britische Firma De La Rue. Jedes Jahr produziert sie Banknoten, die aneinandergereiht ein Band mit einer Länge von einer Million Kilometern ergäben. Begründet man die Krisenfestigkeit anderer defensiver Branchen gern mit Sprüchen wie "gegessen, getrunken, geraucht oder gestorben wird immer", so können die Gelddruckfirmen derzeit mit Fug und Recht behaupten: "Geld wird immer gebraucht." Ein Blick auf die Kursentwicklung von De La Rue zeigt, dass Anleger diesen naheliegenden Schluss auch ziehen. Am Donnerstag erklomm die Aktie ihr historisches Hoch, seit 2003 hat sich der Wert versiebenfacht. Auch angesichts der jüngsten Aussagen des Vorstands, wonach das Jahr 2009 bereits sicher in der Tasche sei, fühlt man sich um zwei Jahre zurückversetzt.
Eine Gelddruckmaschine
Allerdings hat der starke Lauf der Aktie seit 2003 weniger mit dem Stammgeschäft zu tun, welches als solches kein dramatisches Wachstum aufweist - von 2004 bis 2008 wuchs der Umsatz jährlich im Schnitt um 3,4 Prozent. Vielmehr wurde die Firma von Leo Quinn, der 2004 das Ruder übernahm, grundlegend restrukturiert. Neben einer deutlichen Reduktion der Geschäftsfelder verbesserte Quinn das gesamte operative Geschäft, was bis dato eher hemdsärmlig geführt wurde. Das Resultat lässt sich unter anderem an der Margenentwicklung ablesen - von 9,6 auf 16,1 Prozent in vier Jahren. Nachdem Quinn das Geschäft mit Geldautomaten 2008 gerade noch rechtzeitig an einen Finanzinvestor verkaufte, ist Gelddrucken nun das Hauptgeschäft - 68 Prozent des Umsatzes und ganze 84 Prozent des Konzerngewinns erzielte diese Sparte im ersten Halbjahr 2008.
Finanzkennzahlen De La Rue
Die Branche ist übersichtlich, neue Anbieter sind kaum zu befürchten, unter Überkapazitäten leidet man nicht. Der Bedarf an Geldscheinen hängt im Wesentlichen von drei Faktoren ab: dem Wirtschaftswachstum, dem anteiligen Gebrauch von Bargeld bei Geldtransaktionen und der Geschwindigkeit, mit der Zentralbanken alte Scheine ersetzen, sei es abnutzungsbedingt oder weil man die Scheine fälschungssicherer machen möchte.
Dass das Wirtschaftswachstum derzeit weltweit kollabiert, sollte
De La Rue also daher auch treffen, zumal sich mittelfristig die exponierte Stellung der Firma in Entwicklungs- und Schwellenländern (75 Prozent des Umsatz) vom Segen in einen Fluch verwandeln könnte.
Teil 2: Warum De La Rue kein reales Wirtschaftswachstum braucht
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FTD.de, 02.03.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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