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21.01.2010, 08:58
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Ein Rausschmiss, der sich lohnt
Während der Finanzkrise war Squeeze-out bei den meisten Unternehmen kein Thema. Lieber hielten sie ihr Geld zusammen. Seit sich die Lage entspannt hat, kochen die Spekulationen wieder hoch. Es winken lukrative Abfindungen - bei begrenzter Gefahr von Kursrückschlägen.
von Christian Scheid
Sofern ein Großaktionär über mindestens 95 Prozent des Grundkapitals verfügt, kann er die restlichen Eigner aus dem Unternehmen herausdrängen (Squeeze-out). Auf diese Weise sparen sich die Gesellschaften die Kosten für Börsenlisting und Hauptversammlungen. Zudem lassen sich Beschlüsse leichter durchsetzen, da keine unbequemen Kleinaktionäre sie anfechten können.
Geh mit Geld, aber geh: Der Rauswurf von Aktionären erfolgt in der Regel weniger handgreiflich als der von ungebetenen Saloongästen
Eine angemessene Abfindung ist Voraussetzung für ein Squeeze-out. Sie orientiert sich meist am Durchschnittskurs der letzten drei Monate vor Ankündigung einer solchen Maßnahme. Die Praxis hat gezeigt, dass sich die Entschädigung nur selten unter dem letzten offiziellen Übernahmeangebot einpendelt - selbst wenn es Jahre zurückliegt. Im anschließenden Spruchstellenverfahren, in dem die Angemessenheit überprüft wird, ist noch mehr drin. Allerdings können sich solche Prozesse über Jahre hinziehen.
Steckbrief: Ausgewählte Squeeze-out-Kandidaten
Bei dem Medienwert Arbomedia spekulieren Anleger auf ein Squeeze-out durch den Großaktionär Goldbach Media, der fast 97 Prozent der Anteile hält. Monatelang wurde die Aktie nach unten geprügelt, ehe der Kurs vor wenigen Tagen plötzlich in die Höhe schoss. Ursprünglich hatte Goldbach 9,80 Euro je Arbomedia-Aktie geboten. Gemessen am aktuellen Kurs von 6,50 Euro ist also viel Luft nach oben.
Deutlich über dem letzten Angebot der Software AG von 15 Euro je Titel notiert die Aktie von IDS Scheer. Der Großaktionär hat bereits angekündigt, sämtliche Aktien des IT-Dienstleisters aufkaufen zu wollen. Bei einem Squeeze-out könnte eine saftige Prämie fällig werden, schließlich haben die Bewertungen im IT-Sektor seit der Übernahmeofferte im Juli 2009 kräftig angezogen.
Ähnlich ist die Situation bei Bien-Zenker: Für den Hersteller von Fertighäusern legte der neue Haupteigner Dein-Haus gesetzesgemäß ein Pflichtkaufangebot von 3,97 Euro je Bien-Zenker-Aktie vor. Sollte der Großaktionär die 95-Prozent-Schwelle nicht im Rahmen der Offerte, sondern durch Zukäufe an der Börse erreichen, müsste im Rahmen des folgenden Squeeze-out-Verfahrens eine Unternehmensbewertung erfolgen. Da sich die Wohnungsbaubranche auf Erholungskurs befindet, ist mit einem deutlichen Aufschlag auf die Ursprungsofferte zu rechnen.
Teil 2: Worauf Anleger beim Kauf achten sollten
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Aus der FTD vom 21.01.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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