FTD.de » Finanzen » Aktien + Märkte » Marktberichte Aktien » Es lebe der Spieltrieb

Merken   Drucken   15.12.2009, 16:10 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Es lebe der Spieltrieb

Computerspiele zählen zu den Rennern im Weihnachtsgeschäft. Analysten bescheinigen diesem Markt ein hohes Wachstumspotenzial. FTD.de zeigt, welche Unternehmen profitieren und damit für Anleger interessant sind. von Willi Weber
"Mensch ärgere dich nicht" war gestern. Was heutzutage unter dem Weihnachtsbaum liegt, trägt Namen wie "World of Warcraft", "Grand Theft Auto" oder "Left 4 Dead 2". Das klingt wenig besinnlich und ist es häufig auch nicht. Trotzdem gehören Computerspiele auch in dieser Weihnachtssaison wieder zu den Verkaufsrennern. Wie eine Umfrage des IT-Verbandes Bitkom zeigt, ist kein anderer Hightechartikel bei den Deutschen als Geschenk fürs Fest so beliebt wie Spielsoftware.
Sensationeller Markterfolg eines digitalen Ballerspiels: Die ...   Sensationeller Markterfolg eines digitalen Ballerspiels: Die gesamte Reihe Call of Duty hat Spielanbieter Activision Blizzard bereits Erlöse von 3 Mrd. Dollar in die Kasse gespült
Nach einer Schätzung der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) werden in diesem Jahr mit digitalen Spielen für Computer, Konsole, Handheld oder Handy weltweit rund 55 Mrd. $ umgesetzt. Das ist mehr, als Hollywood mit Filmen oder die Musikindustrie mit Tonträgern einnimmt.
"Das schwache ökonomische Umfeld stellt jedoch auch die Gaming-Branche vor Herausforderungen", sagt Stefan Heng, Senior Economist bei Deutsche Bank Research. "Insbesondere die erschwerten Finanzierungsbedingungen können sich vor dem Hintergrund mehrjähriger Entwicklungszeiten, steigender Produktionskosten und hohen Risiken in den Konsumentenmärkten als Problem erweisen." Einige Publisher - das sind die Unternehmen, die die Vermarktungs- und Vertriebsrechte an den Spielen besitzen - befinden sich daher in Schwierigkeiten. Dazu gehört auch der Branchenführer Electronic Arts (EA). Die US-Firma, Herausgeber von Blockbustern wie "Madden NFL", "Sims" oder "Medal of Honor", verbuchte im abgelaufenen Geschäftsquartal einen Verlust von 391 Mio. $. Ein Sparprogramm sowie eine Verschlankung des Sortiments soll die Wende bringen.
Kursinformationen und Charts
  Electronic Arts 14,22 USD  [0 0,00%
  Activision Blizzard 8,19 EUR  [-0.01 -0,12%
  •  
  • blättern

Jess Lubert, Analyst bei Wells Fargo empfiehlt, die EA-Aktie unter Beobachtung zu halten: "Solange sich nicht abzeichnet, dass die angekündigten Maßnahmen eine positive Wirkung auf Wachstum und Profitabilität entfalten, dürfte der Kurs der EA-Aktie allerdings um das aktuelle Niveau herumpendeln." Für Lubert ist der an der Nasdaq gelistete Titel daher lediglich eine Halteposition. Eine Kaufempfehlung kommt dagegen von Mike Hickey, Aktienexperte von Janco Partners. Durch die Übernahme des Social-Games-Spezialisten Playfish habe sich Electronic Arts den Zutritt in den immer wichtiger werdenden Markt der Onlinespiele auf sozialen Netzwerken wie Facebook oder Myspace gesichert, heißt es in einer Analyse.
Während bei EA die Expertenmeinungen auseinandergehen, gibt es bei einer anderen Aktie große Einigkeit. Die Rede ist von Activision Blizzard. 26 von 27 Analysten stufen das Papier laut dem Analystenpool von Reuters derzeit als "Kauf" oder "Outperformer" ein. Begeistert zeigen sich die Experten vor allem von dem sensationellen Markterfolg des digitalen Ballerspiels "Call of Duty: Modern Warfare 2". Allein in den ersten fünf Verkaufstagen wurden damit 550 Mio. $ umgesetzt. Die gesamte "Call of Duty-Reihe" hat Activision Blizzard bereits Erlöse von 3 Mrd. $ in die Kassen gespült. Für Eric Handler, Analyst bei MKM Partners, ist Activision Blizzard von allen Publishern mit Bestsellern wie dem Musikgame "Band Hero" oder dem Multi-Onlinespiel "World of Warcraft" am besten aufgestellt.
Auf der Suche nach neuen Vertriebsmodellen gelang dem französischen Branchenvertreter Ubisoft ein Clou. Mit "Avatar" hat die Firma ein Spiel auf den Markt gebracht, das einem Kinofilm nicht vor- oder nachgelagert ist, sondern das mit der gleichnamigen Produktion von "Titanic"-Regisseur James Cameron parallel entwickelt wurde und nun gemeinsam vermarktet werden soll. Noch muss sich zeigen, ob sich die hohen Erwartungen an die Film-Spiel-Symbiose erfüllen. Entsprechend vorsichtig sind die Analystenprognosen, die im Konsens auf ein "Halten" hinauslaufen.
Stefan Heng rechnet damit, dass der weltweite Games-Markt bis 2012 im Schnitt um zwölf Prozent pro Jahr zulegen wird. Neue Chancen sieht er bei Gesundheitsspielen: "Health-Games helfen alternden Menschen, geistig und körperlich länger fit zu bleiben, oder können dank neuartiger bewegungssensibler Steuerung bei der Krankengymnastik eingesetzt werden."
Steckbrief
Unternehmen ISIN Umsatz Börsenwert KGV Kurs
    in Mrd. $ in Mrd. $ 2010e in Euro
           
Electronic Arts US2855121099 4,21 5,24 19,7 11,07
Activision Blizzard US00507V1098 3,03 13,63 13,9 7,41
Ubisoft FR0000054470 1,27* 0,91* 22,3 9,7
Take-Two US874054109 1,54 0,63 12,3 5,17
           
* in €; Stand: 14. 12. 2009; Quelle: Reuters
 
22:50:29 Kursinformationen und Charts
Name aktuell  absolut  
Electronic Arts 14,22 USD   0,00%  0
Activision Blizzard 8,19 EUR   -0,12%  -0.01
Ubisoft 5,3 EUR   0,00%  0
    % 
  • Aus der FTD vom 16.12.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Newsletter:   Eilmeldungen Finanzen

Wenn die Deutsche Bank durch einen Stresstest fällt, erfahren Sie es zuerst in unserem Finanznewsletter.

Beispiel   |   Datenschutz
markets - Das Finanzinformationsportal
  DAX 6339,94  [24.05 +0,38%
  Euro Stoxx 50 2161,87  [5.35 +0,25%
  Dow Jones 12454,83  [-74.92 -0,60%
  Nasdaq Composite 2837,53  [-1.85 -0,07%
  Euro 1,2514 USD  [-0.00209 -0,17%
  Brent-Öl 106,83 USD  [0.27 +0,25%
Tweets von FTD.de Finanz-News

Weitere Tweets von FTD.de

Immobilien-Kompass
Partnerangebot Immobilien suchen in ...
  • Kursverluste, Ärger mit Behörden und der Nasdaq: Das Börsenparkett ist zu glatt für Facebook. Die Internetstars aus Kalifornien sehen am Aktienmarkt aus wie Anfänger. Damit es Ihnen nicht so geht: Testen Sie Ihr Börsenwissen.

    Bei einem Verlust von 30 Prozent - wie stark müsste der Aktienkurs steigen, damit Sie wieder beim Anfangsniveau angelangt sind?

    Börsen-Quiz: Machen Sie es besser als Facebook

    Alle Tests

  14.03. Quiz Kennen Sie sich aus im DAX?

Wer seit Jahresbeginn auf Aktien setzt, kann sich bislang über einen satten Gewinn freuen. Mischen Sie mit bei der Rally - im Quiz von FTD.de. Testen Sie ihr DAX-Wissen.

Seit wann gibt es den DAX?

Quiz: Kennen Sie sich aus im DAX?

Alle Tests

 



AKTIEN + MÄRKTE

mehr Aktien + Märkte

DERIVATE

mehr Derivate

INVESTMENTFONDS

mehr Investmentfonds

IMMOBILIEN

mehr Immobilien

ALTERNATIVE ANLAGEN

mehr Alternative Anlagen

FINANZCHECK

mehr Finanzcheck

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote