Die Chancen stehen gut, dass der Nebenwerteindex MDax sich auch künftig besser entwickelt als der Dax – vorausgesetzt, die bevorstehende Quartalssaison erfüllt die positiven Erwartungen. Doch viele Privatanleger werden diese Gelegenheit wohl ungenutzt vorbeiziehen lassen. Ein Phänomen, das sich wiederholt. "Haben Anleger die rasante Kurserholung zu Beginn einer Aufschwungphase verpasst, neigen sie dazu, auch in der Folge nicht mehr einzusteigen", erklärt Andreas Hürkamp, Aktienstratege der Commerzbank.
Ein Reflex, den Investoren so schnell wie möglich überdenken sollten. Denn: "Der Konjunkturzyklus hat erst im März gedreht. Vergleicht man diesen mit vorangegangenen Zyklen, so könnte er noch drei bis vier Jahre anhalten", prognostiziert Hürkamp. Der letzte Zyklus dauerte von 2003 bis 2008. Der davor hielt gar acht Jahre an.
Luft nach oben hat Hürkamp zufolge vor allem der MDax, der seit Anfang März bereits über 70 Prozent zulegte. "Aktuell weist der MDax ein Preis-Buchwert-Verhältnis von 1,1 auf. Das ist deutlich niedriger als der langjährige Durchschnitt in Höhe von 1,4", begründet der Aktienexperte seine Zuversicht.
Jährliche Kurssteigerungen von 10 Prozent möglich
Zudem ist das 50 Titel umfassende Nebenwertebarometer niedriger bewertet als der Dax, der aktuell auf ein Preis-Buchwert-Verhältnis von 1,4 kommt. Diese Kennzahl gibt an, wie viel der Markt für das Eigenkapital der jeweiligen Gesellschaft bezahlt. Sie eignet sich vor allem im aktuellen Umfeld besser als das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), da zahlreiche Unternehmen 2009 rote Zahlen schreiben werden und somit eine Berechnung des KGV gar nicht möglich ist.