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Merken   Drucken   04.03.2010, 10:39 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Indexfonds erobern Sparpläne

Anleger, die regelmäßig mit Indexfonds sparen wollen, erhalten immer mehr Auswahl. So hat die DAB Bank ihr Angebot an ETF-Sparplänen vor wenigen Tagen nahezu verdoppelt. von Brigitte Watermann und Bernd Mikosch 
Ab sofort können Kunden aus 101 Exchange-Traded Funds (ETFs) auswählen.
So viele verschiedene ETF-Sparpläne bietet derzeit kein anderer Broker am deutschen Markt an. Dicht auf den Fersen folgt der Münchner Direktbank allerdings die Comdirect Bank, die 80 solcher Sparpläne im Programm hat. ETFs in nennenswerter Anzahl als Sparplan gibt es außerdem bei Cortal Consors, dem Sparkassen-Broker und Maxblue. Die Commerzbank bietet sie über ihre Fondsbank-Tochter Ebase an. Nur ein sehr schmales Angebot offerieren ING-Diba und Augsburger Aktienbank.
ETF-Sparpläne im Konditionenvergleich   ETF-Sparpläne im Konditionenvergleich
Indexfonds eignen sich dank ihrer geringen Kosten gut für den langfristigen Vermögensaufbau. Zahlreiche Studien belegen, dass Fondsmanager ihren Vergleichsindex auf lange Sicht ohnehin nicht schlagen - daher sind Indexinvestments so beliebt. ETFs verzichten auf aktives Management, was Gebühren spart: So kommt der Dax-ETF von Comstage mit 0,12 Prozent Verwaltungsvergütung im Jahr aus, aktiv verwaltete Fonds kosten meist mehr als das Zehnfache.
Wer sich für einen Sparplan interessiert, muss allerdings wissen, dass die Gebührenmodelle der Banken die Kostenvorteile für Sparer oft wieder aufzehren. ETFs werden an der Börse gehandelt. Statt des Ausgabeaufschlags, der sonst meist fünf Prozent ausmacht, fallen Ordergebühren an - und die sind alles andere als zu vernachlässigen.
Wer zum Beispiel über Comdirect 25 Euro im Monat in einen ETF spart, zahlt pro Transaktion 2,60 Euro - das sind stolze 10,4 Prozent. Ein ETF-Investment wäre damit deutlich teurer als jede normale Fondsorder, zumal viele aktiv gemanagte Fonds bei Comdirect mit reduziertem Ausgabeaufschlag zu bekommen sind. Daher gilt: Lieber quartalsweise größere Raten sparen. Am günstigsten bei kleinen Sparraten ist Cortal Consors - dort fallen pauschal zwei Prozent je Order an.
Ganz ohne Gebühren geht es nicht, schließlich erhalten die Onlinebroker von den ETF-Anbietern in aller Regel keine Rückvergütung. Bei aktiv verwalteten Fonds sorgen diese Kickbacks dafür, dass die Direktbanken mit den Produkten ordentlich Geld verdienen, selbst wenn sie auf ein Agio verzichten.
Nur auf den ersten Blick kostenlos ist das Angebot der ING-Diba, die einen Sparplan auf einen ETF-Dachfonds von Veritas anbietet. Ordergebühren fallen nicht an, doch der Fonds verlangt für einen ETF üppige 0,89 Prozent Gebühren im Jahr. Davon fließen 0,46 Prozentpunkte an die ING-Diba.
Eine große ETF-Auswahl mag für die Direktbanken aus Marketingsicht Sinn ergeben, der Mehrwert für die Anleger ist ab einem gewissen Punkt allerdings fraglich. So lassen sich bei der DAB Bank monatlich 50 Euro in einen Rohstoffindex sparen, der die Preisentwicklung am Markt für Agrargüter und Viehwirtschaft abbildet. Für den Vermögensaufbau wäre diese Alternative sicherlich verzichtbar gewesen.
  • Aus der FTD vom 04.03.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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