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21.08.2007, 11:51
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Knapper Weizen treibt die Preise
In diesen Tagen beginnt die Hopfenernte. Mit der Hallertau liegt das größte Anbaugebiet der Welt in Bayern. Zu mehr als 99 Prozent geht der Hopfen in die Biererzeugung. Noch vor einigen Jahren herrschte in der Hallertau Tristesse.
von Wolfgang Hagl
Die Bauern blieben zum Teil auf ihrer Ware sitzen. Doch nun hat sich das Blatt gewendet. Brauer brauchen Hopfen - die Ernte ist für dieses und das kommende Jahr praktisch ausverkauft.
Schuld am Notstand ist die Diskrepanz zwischen Hopfenmenge und Bierausstoß. Innerhalb von zehn Jahren ist die Anbaufläche weltweit um gut ein Drittel geschrumpft. Gleichzeitig nahm der globale Bierdurst rasant zu. Allein 2006 stieg der weltweite Ausstoß um sechs Prozent, die Hälfte des Wachstums kam aus China.
Weizen wird teurer
Die Sonderkultur Hopfen ist exemplarisch für die Renaissance der landwirtschaftlichen Erzeugnisse: "Die Preise von Agrarrohstoffen befinden sich auf einem 30-Jahreshoch", sagt Jochen Hitzfeld, Analyst bei Unicredit. Inflationsbereinigt gilt dies allerdings nicht, abzüglich der allgemeinen Teuerung kosten Weizen & Co. gerade einmal soviel wie Anfang der 90er-Jahre. "Die Preise könnten sich immer noch verdoppeln und würden erst dann die realen Höchststände der 70er-Jahre erreichen", sagt Hitzfeld.
Hohe Nachfrage der SchwellenländerGrund für die Rally ist einerseits die Nachfrage der Schwellenländer: Jeder Chinese isst mehr als 50 Kilo Fleisch im Jahr. Vor zehn Jahren waren es noch weniger als 40 Kilo - um ein Kilo zu erzeugen, sind rund acht Kilo Futtergetreide nötig.
Außerdem soll bis zur Mitte des Jahrhunderts die Bevölkerungszahl auf mehr als neun Milliarden Menschen steigen. "Das beschert der Landwirtschaft ein konstantes Nachfragewachstum von 1,5 Prozent", meint Hitzfeld. Natürlich wird die Landwirtschaft immer effizienter. Nach Berechnungen des US-Agrarministeriums (USDA) wirft beispielsweise jeder Hektar Anbaufläche derzeit 2,8 Tonnen Weizen ab - knapp ein Viertel mehr als vor 20 Jahren. Dieser Fortschritt reicht allerdings nicht aus, um die anziehende Nachfrage zu decken.
Laut USDA lag die weltweite Weizenernte seit der Jahrtausendwende nur einmal über der Nachfrage. Die Folge sind sinkende Lagerbestände und rasant steigende Preise. An der Warenterminbörse Hannover kostet eine Tonne Brotweizen aus der EU zur Lieferung per Ende September derzeit 232 Euro. Seit dem Jahreswechsel hat sich der Kontrakt damit um mehr als drei Viertel verteuert.
Enttäuschende Wertentwicklung bei Zertifikaten
Für eine Fortsetzung des Aufwärtstrends spricht auch, dass die weltweit mit Getreide bepflanzte Fläche seit knapp 30 Jahren bei etwas mehr als 750 Millionen Hektar stagniert. Während das Angebot also kaum mehr ausgeweitet werden kann, heizt der Boom beim Biosprit die Nachfrage zusätzlich an. Die gilt insbesondere für Mais. Die USA wollen die Produktion von Bioethanol bis 2010 auf zehn Millionen Gallonen verdoppeln. Kein Wunder also, dass sich diese Getreidesorte auf Jahressicht am Chicago Board of Trade um mehr als ein Fünftel verteuert hat. Neben Bevölkerungswachstum und Biosprit-Boom spricht ein dritter Megatrend für eine anhaltende Hausse im Agrarbereich: Der Klimawandel und die Verknappung von Flächen und Wasserreserven.
Teil 2: Entwicklung für Anleger weniger rosig
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Aus der FTD vom 21.08.2007
© 2007 Financial Times Deutschland,
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