Denn die Anbieter werden es sich kaum erlauben, nicht profitable Fonds auf Dauer mitzuschleifen.
Der deutsche ETF-Markt wächst seit einigen Jahren rasant. Von Ende 2000 bis heute wurden 586 Indexfonds aufgelegt. Allein im vergangenen Jahr listete die Deutsche Börse 148 neue ETFs. Immer neue Anbieter drängen auf den Markt, zuletzt Amundi. Die Fondstochter von Crédit Agricole und Société Générale wirbt seit Ende Februar mit 17 ETFs in Frankfurt um Anlegergeld.
Viele ETFs sind zu klein, um nach herkömmlichen Maßstäben wirtschaftlich zu sein. Absatz, Umsätze und Volumen konzentrieren sich auf wenige Angebote. Laut Statistik des Branchenverbands BVI entfielen 2009 rund 60 Prozent des Neugeschäfts auf zehn Produkte. Daten der Deutschen Börse für Januar zeigen, dass mit zehn Prozent aller ETFs 77 Prozent der Umsätze gemacht werden - gefragt sind vor allem Dax- und Euro-Stoxx-ETFs.
Dementsprechend viele Produkte bleiben Leichtgewichte: Mehr als 250 Indexfonds sind kleiner als 50 Mio. Euro. Bei Comstage ist die Hälfte aller ETFs nicht größer als 25 Mio. Euro. Comstage-Manager Ralph Stemper beunruhigt das nicht: "Wir arbeiten sehr effizient, daher gibt es bei uns keine Mindestgrößen." So kommt einer der kleinsten ETFs des Hauses, der Comstage Stoxx 600 Financial, nur auf 8 Mio. Euro. "Wir befinden uns im Aufbau. Fondsschließungen sind kein Thema", sagt Stemper.