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30.12.2009, 08:54
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Mit Methode zum Erfolg
Spezielle Aktienstrategien verheißen Überrenditen. Einige Investoren setzen auf Dividendenstars, andere auf Nachzügler. Damit fahren sie besser als viele Langzeitanleger.
von Stefan Mayriedl
Geduld ist in der Aktienanlage keine schlechte Eigenschaft, sie sollte nur nicht in Untätigkeit münden. Das beweist einmal mehr der heftige Kursverfall nach Ausbruch der Finanzkrise, der viele Anleger um den Erfolg ihrer jahrelangen Sparbemühungen gebracht hat. Wer etwa vor zehn Jahren in den deutschen Leitindex Dax investiert und seitdem jedes Auf und Ab an der Börse mitgenommen hat, kommt aktuell auf eine Rendite von minus 1,5 Prozent - pro Jahr wohlgemerkt.
Schnittmenge der O'Higgins-Strategie und der Flop-Five-Strategie
Geduldig sein und dennoch aktiv handeln - dies trifft auf eine ganz besondere Spezies von Investoren zu. Sie stellen stets zum Jahresende ihr Depot für die kommenden zwölf Monate auf. Sie konzentrieren sich dabei auf wenige Aktien, für die es feste Auswahlkriterien gibt und die eine bessere Performance versprechen als der Vergleichsindex. Zwei der bekanntesten Auswahlmethoden sind die O'Higgins-Strategie und die Flop-Five-Taktik.
Die O'Higgins-Strategie
Erstere ist benannt nach dem US-Amerikaner Michael O'Higgins. Der Vermögensverwalter hat sie erstmals 1991 in seinem Buch "Beating the Dow" (zu Deutsch: "Den Dow schlagen") beschrieben. Seine Anlagetaktik basiert auf der Strategie des legendären Investors Benjamin Graham aus den 1930er Jahren und ist sehr einfach nachzuvollziehen. Zunächst werden die zehn dividendenstärksten Aktien aus einem Index bestimmt. Von den zehn Werten werden aber nur jene fünf zu gleichen Teilen für ein Jahr ins Depot gelegt, die gemessen am absoluten Aktienkurs am billigsten sind.
Auswertungen für die vergangenen Jahrzehnte zeigen, dass die O'Higgins-Methode nicht nur für den Dow Jones aufgeht, auf den sie ursprünglich angewendet wurde, sondern auch für den Dax. Die Investmentbank Merrill Lynch hat berechnet, dass mit der Strategie auf deutsche Standardwerte zwischen 1987 und 2001 ein jährlicher Gewinn von 25 Prozent erzielt worden wäre, mehr als doppelt so viel wie mit dem Dax in dem Zeitraum. Erst in den Wirren der Börsenjahre 2002 und 2003 sowie 2008 hat die Strategie nicht mehr so gut funktioniert.
Auf den
Dax angewendet, würde sich das O'Higgins-Portfolio aktuell aus folgenden fünf Werten zusammensetzen: der
Deutschen Telekom , die mit einer zu erwartenden Dividendenrendite von 7,5 Prozent an der Spitze liegt,
BASF ,
Deutsche Post ,
Eon und
Metro . Hätten Anleger die Strategie schon vor Jahresfrist angewendet, wären die beiden Ex-Monopolisten ebenfalls im Portfolio für 2009 zu finden gewesen, gemeinsam mit
Daimler ,
Lufthansa und
ThyssenKrupp , die ihre Dividenden allesamt erst im Laufe dieses Jahres gekürzt haben. Das Depot hätte inklusive der Dividenden in den vergangenen zwölf Monaten einen Ertrag von 24,5 Prozent gebracht und damit nur unwesentlich schlechter abgeschnitten als der Dax selbst mit 25,1 Prozent.
Teil 2: Taktische Aktienauswahl für 2010
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Aus der FTD vom 30.12.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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