Rettungsring
Auch wenn Fonds nicht zusammenbrechen, bekommen Anleger die schlechte Börsenlage zu spüren. Läuft der Vertrag in wenigen Jahren aus, und hat der Kunde keine Garantiefonds gewählt, muss er mit Verlusten rechnen. "Ist die Police flexibel, und der Kunde braucht das Geld nicht, sollte er die Auszahlung verschieben", rät Friedrich. Dann besteht die Chance, dass der Verlust ausgeglichen wird. Für Kunden, die gerade eine Versicherungspolice abgeschlossen haben, könnte sich die derzeit schlechte Lage am Kapitalmarkt sogar als günstig erweisen, sagt Friedrich: "Der Kunde bekommt mehr Anteile für sein Geld."
Wer eine klassische Versicherung hat, kann davon ausgehen, dass die Anlage sicher ist - solange das System stabil bleibt. "Wichtig ist, dass es nicht zu Ausfällen bei den Banken kommt", sagt Reiner Will, Geschäftsführer der Kölner Ratingagentur Assekurata. Denn die Versicherer investieren viel Geld in Banktitel.
Kunden mit klassischen Verträgen bekommen eine fixe Mindestverzinsung und ein variable, jährlich vom Versicherer neu bestimmte Überschussbeteiligung. Der Kunde erhält während der gesamten Laufzeit die bei Vertragsabschluss geltende Mindestverzinsung. Wer heute einen Vertrag abschließt, erhält garantiert 2,25 Prozent. Für Verträge aus den 90er-Jahren liegt die Garantie zwischen 3,5 und 4 Prozent. Die Verzinsung gewährt der Versicherer aber nur auf den sogenannten Sparanteil der Prämien, denn von den Beiträgen des Kunden zieht der Versicherer zum Teil mehr als 20 Prozent für den Vertrieb und die Verwaltung ab. Aus diesem Grund gelten Lebens- und Rentenversicherungen generell als teure Form der Altersvorsorge. Fondsgebundene Verträge sind dabei noch teurer als klassische.
Mindestverzinsung und Überschussbeteiligung zusammen liegen im Branchenschnitt zurzeit bei 4,34 Prozent. "Die Überschussbeteiligung wird in der Tendenz etwas sinken", erwartet Will. Aber nicht alle Anbieter werden die bisherige Überschussbeteiligung senken, glaubt er. Denn manche haben nur sehr wenig in Aktien investiert oder haben noch stille Reserven.
Bei Riester-Renten müssen Anbieter den Kunden garantieren, dass zu Rentenbeginn mindestens das gezahlte Geld und die Zulagen zur Verfügung stehen. Das klingt gut. Tatsächlich bedeutet der reine Kapitalerhalt aber angesichts der Inflation und ausgebliebener Verzinsung unter dem Strich aber einen Verlust.