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Merken   Drucken   24.05.2009, 10:00 Schriftgröße: AAA

Portfolio: Verdienen an Obamas Bildungsoffensive

Der US-Präsident will Milliarden in Schulen und Universitäten stecken. Anwärter auf das Geld gibt es zuhauf. Amerikas größter Anbieter für Erwachsenenbildung Apollo hofft, von dem Dollar-Segen zu profitieren. von Jens Korte
Eine wahrhaft historische Verpflichtung ist US-Präsident Barack Obama für die Zeit seiner Präsidentschaft eingegangen. Von seinem knapp 800 Mrd. $ schweren Konjunkturprogramm will er rund 130 Mrd. $ in das Bildungssystem investieren. Anwärter auf das Geld stehen in Washington bereits Schlange, darunter auch Apollo Group, mit über 250 Einrichtungen Amerikas größte private Hochschule. Allein an der University of Phoenix, einer Tochtergesellschaft, sind rund 398.000 Studenten eingeschrieben. Ausgerichtet ist die Uni vor allem auf Berufstätige.
"Ich freue mich, erneut ein Rekordquartal mit Ihnen feiern zu können," verkündete CEO Chas Edelstein bei der Quartalskonferenz am 31. März 2009. Der Gewinn wurde gegenüber dem Vorjahresquartal um 78 Prozent auf 125 Mio. $ gesteigert. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um rund 26 Prozent auf 876,1 Mio. $ zu. Die Zahl der eingeschriebenen Studenten stieg um 23 Prozent. Dennoch fiel die Aktie in einer ersten Reaktion auf die Quartalszahlen um 16 Prozent.
Fluch und Segen zugleich
Für Apollo ist die Rezession Fluch und Segen zugleich. Angesichts der größten Rezession seit den 30er-Jahren versuchen viele Amerikaner, über einen zusätzlichen Bildungsweg ihre Position auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Dennoch stehen die Margen unter Druck, da die Zahl der Studenten, die ihre Gebühren nicht mehr bezahlen können und deshalb ihr Studium abbrechen, steigt. Zudem hängt die Zukunft von Apollo zu fast 100 Prozent vom Schicksal der University of Phoenix ab, die nicht nur rund 100 Hochschulen und 154 Lernzentren betreibt, sondern vor allem Fernstudien anbietet. Phoenix steht für 95,2 Prozent des Umsatzes.
Die University of Phoenix gehört der Apollo Group   Die University of Phoenix gehört der Apollo Group
Wachstum erhofft sich das Management von Aktivitäten in Übersee. Über Zukäufe in Mexiko und Chile versucht das Unternehmen bereits, die auf dem Heimatmarkt gesammelte Expertise nach Lateinamerika zu exportieren. Seit einigen Wochen wird an der Wall Street zudem spekuliert, dass Apollo für rund 450 Mio. $ BPP Holdings übernehmen will. Damit würde der Sprung nach Großbritannien und damit nach Übersee gelingen. Wegen der regulatorischen Hürden im Ausland birgt so ein Schritt allerdings auch Risiken.

Teil 2: An der Wall Street scheiden sich die Geister

  • FTD.de, 24.05.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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