Eine wahrhaft historische Verpflichtung ist US-Präsident Barack Obama für die Zeit seiner Präsidentschaft eingegangen. Von seinem knapp 800 Mrd. $ schweren Konjunkturprogramm will er rund 130 Mrd. $ in das Bildungssystem investieren. Anwärter auf das Geld stehen in Washington bereits Schlange, darunter auch Apollo Group, mit über 250 Einrichtungen Amerikas größte private Hochschule. Allein an der University of Phoenix, einer Tochtergesellschaft, sind rund 398.000 Studenten eingeschrieben. Ausgerichtet ist die Uni vor allem auf Berufstätige.
"Ich freue mich, erneut ein Rekordquartal mit Ihnen feiern zu können," verkündete CEO Chas Edelstein bei der Quartalskonferenz am 31. März 2009. Der Gewinn wurde gegenüber dem Vorjahresquartal um 78 Prozent auf 125 Mio. $ gesteigert. Der Umsatz legte im gleichen Zeitraum um rund 26 Prozent auf 876,1 Mio. $ zu. Die Zahl der eingeschriebenen Studenten stieg um 23 Prozent. Dennoch fiel die Aktie in einer ersten Reaktion auf die Quartalszahlen um 16 Prozent.
Fluch und Segen zugleich
Für Apollo ist die Rezession Fluch und Segen zugleich. Angesichts der größten Rezession seit den 30er-Jahren versuchen viele Amerikaner, über einen zusätzlichen Bildungsweg ihre Position auf dem Arbeitsmarkt zu verbessern. Dennoch stehen die Margen unter Druck, da die Zahl der Studenten, die ihre Gebühren nicht mehr bezahlen können und deshalb ihr Studium abbrechen, steigt. Zudem hängt die Zukunft von Apollo zu fast 100 Prozent vom Schicksal der University of Phoenix ab, die nicht nur rund 100 Hochschulen und 154 Lernzentren betreibt, sondern vor allem Fernstudien anbietet. Phoenix steht für 95,2 Prozent des Umsatzes.