Ausgewählte Aktien der Airline-Industrie
Die Branche muss zahlreiche Belastungsfaktoren verkraften. Einer davon sind die hohen Kerosinpreise. Die am Ölpreis hängenden Flugbenzinpreise sind für die energieintensiven Fluglinien enorm wichtig, weil die Kosten für Kerosin zu den größten Ausgabeposten der Airlines gehören; ein Viertel bis ein Drittel aller Ausgaben entfallen auf Treibstoff. Zudem drückt die Konkurrenz der Billigflieger auf die Margen, und neue Steuern wie die deutsche Luftverkehrsabgabe belasten. Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sind die seit Anfang des Jahres vorgeschriebenen Emissionszertifikate für Flüge von und nach Europa.
Ins Kontor schlägt zudem die weltweite Konjunkturabkühlung. Die Reihen in der lukrativen Businessclass lichten sich in einem Abschwung stärker als im Niedrigpreissegment. Mit noch heftigeren Rückgängen muss bei den Frachtaufkommen gerechnet werden - das lukrative Cargogeschäft hängt stärker an der Weltwirtschaft als das Passagiergeschäft.
Die Aussichten für 2012 sind insgesamt also wenig verheißungsvoll. Auch der Luftfahrtverband IATA zeigt sich fürs laufende Jahr pessimistisch. Er rechnet weltweit mit einem Gewinn der Branche von 3,5 Mrd. Dollar; 2011 waren es geschätzte 6,9 Mrd. Dollar. Für die europäischen Anbieter prognostiziert der Verband gar einen Verlust von 0,6 Mrd. Dollar.