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22.09.2009, 10:06
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Wo der Osten wieder lohnt
Die Finanzkrise hat die ehemaligen kommunistischen Staaten Osteuropas jäh aus ihren Wachstumsträumen gerissen. Zwischenzeitlich blieben Direktinvestitionen fast völlig aus, inzwischen sprudeln sie wieder. FTD.de zeigt, wo der Einstieg lohnt.
von Willi Weber
Sie galten als die "Tigerstaaten" Europas, die Volkswirtschaften im Osten des Kontinents. Doch dann kam die globale Finanz- und Wirtschaftskrise und mit mir das jähe Erwachen aus allen Wachstumsträumen. Die Weltbank geht in einer Studie davon aus, dass die Wirtschaft in den Ländern Zentral- und Osteuropas in diesem Jahr um 4,7 Prozent einbrechen wird - so stark wie in keiner anderen Emerging-Markets-Region.
Ein Hauptproblem liegt darin, dass der Zufluss an Direktinvestitionen aus dem Ausland, der in der Vergangenheit in erheblichem Umfang zum Aufstieg der osteuropäischen Länder beigetragen hat, infolge der Krise ausgetrocknet ist. Die daraus entstandenen externen Finanzierungslücken ließen sich durch den häufig schwach ausgeprägten Binnensektor nicht schließen. Die bittere Folge: Länder wie Ungarn, Lettland oder die Ukraine bewegten sich zeitweise am Rande eines Staatsbankrotts. Dass es nicht so weit kam, ist vor allem den milliardenschweren Geldspritzen vom Internationalen Währungsfonds und der EU zu verdanken.
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Mittlerweile hat sich das Stimmungsbild in den sogenannten CEE-Staaten (Central und East Europe) jedoch aufgehellt. Grund dafür ist die sich abzeichnende Konjunkturerholung im Westen. Geht es etwa in der Euro-Zone wieder aufwärts, dürften davon auch der Export sowie die Industrieproduktion der osteuropäischen Länder profitieren. Beflügelt von dieser Hoffnung starteten die Aktienmärkte im Osten eine beeindruckende Rally. Das Osteuropa-Barometer MSCI Eastern Europe Index legte seit seinem Jahrestief Ende Februar 2009 schon um 83 Prozent zu. Zum Vergleich: Der MSCI BRIC Index schaffte im gleichen Zeitraum lediglich ein Plus von rund 66 Prozent.
Sollten Anleger jetzt noch auf den wieder dampfenden Osteuropa-Zug aufspringen? Henning Eßkuchen, Analyst bei der österreichischen Erste Bank warnt vor zu hohen Erwartungen: "Die CEE-Region ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der in einem Jahr erwarteten Gewinne von 12,5 nicht mehr billig." Der langjährige Schnitt liege bei einem Wert von lediglich zwölf. Allerdings hält Eßkuchen nichts von Pauschalisierungen: "Anleger sollten differenzieren. Nicht alle osteuropäischen Volkswirtschaften leiden gleich stark unter der Krise." Als Beispiel für eine erfolgreiche Krisenbewältigung nennt er Polen. Tatsächlich steht unser östlicher Nachbar erstaunlich gut da. Das 38 Millionen Einwohnern zählende Land dürfte in diesem Jahr als einziger größerer europäischer Staat von einer Rezession, also von einer schrumpfenden Wirtschaft, verschont bleiben. So gehen die Prognosen der Experten für 2009 von einem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts zwischen einem und 1,5 Prozent aus.
Teil 2: Welche Länder Chancen bieten
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Aus der FTD vom 22.09.2009
© 2009 Financial Times Deutschland,
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