Der Zusammenhang zwischen CO2-Ausstoß, Erderwärmung und Klimawandel ist kompliziert und nicht immer leicht zu verstehen. Noch weitaus schwieriger zu durchschauen ist der neue Postbank-Dynamik-Klima-Garant-Fonds. Das grüne Produkt verbindet die Partizipation an der Wertentwicklung zweier Öko-Aktienindizes mit einer Handelsstrategie, einer Wertsicherung und einem Bonus - ein Klimafonds als Blackbox.
Mehr als 20 Branchenfonds mit dem Etikett Klimawandel gibt es inzwischen, überzeugen konnten davon bislang die wenigsten. "Die Präsenz dieses Themas in den Medien schrie förmlich nach der entsprechenden Vermarktung", kommentiert Björn Drescher vom Finanzinformationsdienst Drescher & Cie die vielen Neuauflagen. In seinen Augen bedarf es eigentlich keiner speziellen Klimafonds, da jeder Aktien- oder Branchenfonds Trends, die mit dem Thema verbunden sind, aufgreifen könne.
Klimafonds setzen auf ein Thema von langfristig großer wirtschaftlicher und zivilisatorischer Bedeutung. Denn inzwischen zweifelt niemand mehr an den möglichen verheerenden Auswirkungen des globalen Treibhauseffekts. Wie die Folgen des Klimawandels genau aussehen werden und worauf sich Investoren einstellen können, wird heiß diskutiert. "Die Schäden nehmen tendenziell langsam zu, aber gleichzeitig bieten sich auch Chancen, etwa durch neue klimaschützende Technologien", sagt Peter Höppe, der die Georisikoforschung der Münchener Rück leitet.
Der Bogen vom Klimawandel zur Geldanlage ist schnell gespannt. Wer Treibhausgase reduzieren will, braucht dazu neue Technologien. Nicht nur durch Windkraft und Solarstrom, sondern in der ganzen Wirtschaftskette lässt sich die Entstehung von CO2 - wenigstens teilweise - vermeiden. Aber auch an den Folgen der Erderwärmung werden Unternehmen verdienen. Wenn sich durch warme Winter Zecken ausbreiten, sind Impfstoffe gefragt. Die Gedankenkette lässt sich fortsetzen: Meerwasserentsalzung in Regionen, in denen die Trockenheit zunimmt, oder Trinkwasseraufbereitung in Gebieten, die regelmäßig überschwemmt werden.