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Merken   Drucken   06.12.2011, 15:20 Schriftgröße: AAA

Schuldenkrise: S&P droht mit Herabstufung von Euro-Rettungsfonds

Die Ratingagentur hat zu einem Rundumschlag gegen die Euro-Zone ausgeholt. Konsequenterweise warnt sie nun auch, dem Schutzschild der Währungsunion das "AAA" zu entziehen. Der Euro fällt.
Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) stellt die Topbonitätsnote des Euro-Rettungsfonds EFSF in Frage. Das teilte S&P-Analyst Moritz Kraemer am Dienstag in einer Telefonkonferenz mit. Die Agentur zieht damit die Konsequenz aus der Entscheidung, die Kreditwürdigkeit von 15 Euro-Staaten zu überprüfen.
Sollte sich daraus eine Herabstufung von einem oder mehr Ländern ergeben, die derzeit die Spitzennote "AAA" haben, könnte sich nach den Worten Krämers auch das Rating der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) verschlechtern. Die "AAA"-Staaten Deutschland und Frankreich stellen den Löwenanteil der Garantien, mit deren Hilfe der Fonds sich Kredite an den Finanzmärkten beschafft.
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Der Euro  drehte nach Bekanntwerden von Krämers Äußerungen ins Minus. Der DAX  baute seine Verluste aus und fiel gegenüber dem Vortag um 1,1 Prozent.
Eine Herabstufung der EFSF könnte die Aufnahme frischer Kredite durch den Rettungsfonds verteuern. Damit stiegen die Kosten für die Rettung hoch verschuldeter Euro-Staaten wie Portugal, Irland und Griechenland.
Welches dieser Länder verliert als erstes sein "AAA"?

 

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S&P hatte auf die Euro-Zone am Montagabend einen Warnschuss abgefeuert. Die Ratingagentur wird bis etwa Ende Februar entscheiden, ob sie der Bundesrepublik und fünf weiteren "AAA"-Euro-Staaten die Topbonitätsnote entzieht. Die Agentur stellte die Spitzen-Ratings von Deutschland, Frankreich, Österreich, Finnland, Luxemburg und den Niederlanden sowie die Einstufungen der übrigen Euro-Länder mit sofortiger Wirkung offiziell auf den Prüfstand. Damit beginnt eine Frist von 90 Tagen, in der die Bonitätswächter über den Verlust des Triple-A befinden werden. Als Grund führte die Agentur die sich verschärfenden politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen in der Euro-Zone an.
Durch die Entscheidung der Agentur erhöht sich der Druck auf den EU-Gipfel Ende dieser Woche, wichtige Entscheidungen zu treffen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erklärte, das Signal verstanden zu haben. Auch Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) nannte den Schritt der Ratingagentur eine Aufforderung an den Gipfel, schnell zu handeln. Dagegen sorgte die S&P-Entscheidung bei vielen anderen Politikern in Europa für Ärger und Entrüstung. Ein vorsichtiges Hoffnungszeichen kam indes von den Anleihemärkten: die Rendite zehnjähriger italienischer Staatsanleihen sackte erstmals seit mehr als einem Monat unter sechs Prozent ab. Generell zeigten sich die Kapitalmärkte wenig aufgeregt.
Bundeskanzlerin Merkel sagte: "Was eine Ratingagentur macht, das ist in der Verantwortung der Ratingagentur." In Regierungskreisen hieß es, der Schritt komme nicht ganz unerwartet. Die Gründe seien aber wenig stichhaltig, und der Zeitpunkt der Veröffentlichung erscheine politisch motiviert.
Schäuble sagte, Europa müsse das Vertrauen an den internationalen Finanzmärkten zurückgewinnen, sagte Schäuble in Wien. Wirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) sprach von einer "tagesaktuellen und einer sehr kurzlebigen Beurteilung" einer einzelnen Agentur, von der sich die Bundesregierung nicht beeindrucken lasse.
Standard & Poor's setzte 15 der 17 Länder der Euro-Zone auf eine Beobachtungsliste ("Credit Watch Negative"). Das bedeutet, dass in den nächsten drei Monaten die Wahrscheinlichkeit einer Herabstufung bei 50 Prozent liegt. So hatte es die Agentur auch bei den USA gemacht, die im Sommer ihre Topnote verloren hatte. Würde sie die Staaten mit einem "negativen Ausblick" versehen, wäre die Frist nicht nur 90 Tage lang, sondern zwei Jahre. Zypern befindet sich schon auf der Liste, Griechenland ist ohnehin längst auf Ramschstatus und nur marginal am Kapitalmarkt aktiv.
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