Der Bund startet nach FTD-Informationen die Reprivatisierung der in der Finanzkrise verstaatlichten Hypo Real Estate und ihrer Töchter. Im Rahmen einer EU-weiten Ausschreibung der Finanzmarktstabilisierungsanstalt (FMSA), die dem Bundesfinanzministerium unterstellt ist, werden drei bis maximal zehn auf derartige Transaktionen spezialisierte Unternehmen gesucht - in der Regel sind das Investmentbanken.
An einen Teilnehmerwettbewerb, bei dem die Bewerber ihre Qualifikation für solche Geschäfte nachweisen müssen, schließt sich ein Verhandlungsverfahren an. Dabei müssen Interessenten auf Basis der Vergabeunterlagen Angebote unterbreiten.
Nach einer Auflage der EU-Kommission muss die vom staatlichen Stabilisierungsfonds Soffin mit 10 Mrd. Euro Kapital und in der Spitze 140 Mrd. Euro an Liquiditätshilfen gestützte Hypo Real Estate bis 2015 reprivatisiert werden. Gelingt dies nicht - derzeit jedenfalls scheint ein Verkauf der Bank unwahrscheinlich -, droht ihr die Zwangsabwicklung.
Die Hypo Real Estate war im September 2008 nach der Lehman-Pleite in eine existenzbedrohende Schieflage geraten und vom Staat vor dem Kollaps gerettet worden. Nicht nur die Risiken der Kernbank, sondern auch die der ausgelagerten Bad Bank FMS blieben am Ende am Staat hängen. Allein auf ihre Griechenland-Anleihen fiel bei der Bad Bank 2011/12 ein Verlust von fast 9 Mrd. Euro an, den der Bund ausgleichen muss.
Die Teilnehmer an dem Mandatierungsverfahren dürfen strafrechtlich nicht vorbelastet sein und müssen über umfassende Kenntnisse bei der Bewertung von Banken sowie des internationalen Kapitalmarktes verfügen. Die Auswahlkriterien sind zu je 50 Prozent nach fachlicher Qualifikation und beruflicher Erfahrung der Bewerber gewichtet. Den Zuschlag erhält, wer auf Grundlage der in den Ausschreibungsunterlagen festgelegten Bedingungen das günstigste Angebot unterbreitet.