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Merken   Drucken   10.03.2008, 13:50 Schriftgröße: AAA

Teurer "Haircut" für die Hedge-Fonds  

Der Preis für einen Haarschnitt steigt, auch an der Wall Street. Besonders zu leiden haben darunter die Hedge-Fonds, die reihenweise von der Pleite bedroht sind und Gefahr laufen, von ihren Gläubigern finanziell rasiert zu werden. Jüngstes Opfer könnte Carlyle Capital werden. von Tobias Bayer (Frankfurt) und Elisabeth Atzler (Amsterdam)
Vito ist Friseur an der Frankfurter Zeil. Er sorgt sich um seine Zukunft: "Wenn jetzt andere Läden eine Flatrate anbieten, wird es für uns echt ungemütlich", sagt der Deutsch-Italiener. Doch die Angst vor einem Preisverfall bei Friseurdienstleistungen ist eher unbegründet, wie Daten des Statistischen Bundesamtes Destatis beweisen. Demnach hat sich eine Damenfrisur mit Waschen, Schneiden, Föhnen seit 2005 um 3,4 Prozent verteuert. Eine Dauerwelle kostet 3,2 Prozent mehr als vor drei Jahren. Auch die Herren müssen blechen und drei Prozent mehr bezahlen.
Was für Friseure wie Vito eher erfreulich ist, ist für Hedge-Fonds eine bedrohliche Entwicklung. Im Zuge der Kreditkrise haben die Banken die Preise für "Haircuts" deutlich erhöht. Als "Haarschnitt" wird der Prozentsatz bezeichnet, den die Kreditinstitute bei der Kreditvergabe vom Wert einer Sicherheit abziehen und für sich behalten. Lag der Wert früher bei zwei Prozent, so hat er sich in jüngster Zeit im Schnitt auf drei Prozent erhöht. Konkret bedeutet das: Wenn ein Hedge-Fonds sich bei einem Finanzinstitut Geld leiht und dafür eine Sicherheit wie beispielsweise eine Hypothekenanleihe mit einem Wert von 1 $ hinterlegt, erhält er von der Bank nur 97 Cents zurück. Fällt der Wert des als Sicherheit dienenden Wertpapiers auf 95 Cents, muss der Hegde-Fonds zusätzliches Kapital nachschießen. Diese Pflicht bezeichnet man als "Margin Call".
In einigen Fällen haben sich die "Haircuts" sogar fast verzehnfacht, schätzt Hans Peter Lorenzen, Kreditanalayst bei Citigroup in London. Für eine hypothekenbesicherte Anleihen mit einem AAA-Rating verlangten die Banken inzwischen 20 Prozent. Bei Unternehmensanleihen haben sie sich auf zehn Prozent verdoppelt.

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