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Merken   Drucken   20.06.2011, 10:21 Schriftgröße: AAA

Unsichere Anleger: Finanzmärkte beklagen Hickhack um Griechenland

Raus aus dem Risiko angesichts der Lage in und um Griechenland: Investoren flüchten in vermeintlich sichere Staatsanleihen und drücken die deutschen und US-Renditen unter drei Prozent. Verkaufsstimmung herrscht am Aktien- und Rohstoffmarkt. von Frank Bremser, Frankfurt
Am Freitag hatte die Annäherung zwischen Angela Merkel und Nicolas Sarkozy  noch für Hoffnung auf weitere Hilfen für Griechenland gesorgt, die Vertagung weiterer Hilfen auf Anfang Juli durch die Euro-Gruppe ließ diese jedoch wieder dahinschwinden.
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Auch in Griechenland selbst bleibt die Lage unübersichtlich. Das Parlament muss über ein 78 Mrd. Euro Sparpaket abstimmen, um weitere Hilfen zu erhalten. Eine Zustimmung ist jedoch nicht sicher, der Chef der Euro-Gruppe Jean-Claude Juncker sagte am Sonntag: "Wir haben Griechenland noch einmal darauf hingewiesen, dass wir bis Ende des Monats Resultate sehen müssen, die uns alle überzeugen, dass die Regierung ihre Versprechen erfüllt." Juncker betonte auch, dass jede Beteiligung privater Gläubiger freiwillig sein müsse.
Die Währungsanalysten der Commerzbank überschrieben ihren Tageskommentar angesichts der Entwicklung mit den Worten: "Wollten sie nicht oder konnten sie nicht" und kritisieren die Nicht-Entscheidung: "Sollten die Minister ihr vages Versprechen für ausreichend halten, dürften sie in den nächsten Tagen wohl eher enttäuscht werden. Zugegeben, ein unmittelbarer unkontrollierter Zahlungsausfall Griechenlands ist vorerst vom Tisch. In ihrem Statement macht die Eurogruppe sehr klar, dass sie eine Einstufung Griechenlands als Default durch die Ratingagenturen keinesfalls riskieren will. Vage Versprechen der Verantwortlichen aber hat es vor fast jedem Sparprogramm gegeben. Zu einer Beruhigung der Lage an den Finanzmärkten hat das bisher aber nicht geführt. Die Gefahr von Ansteckungseffekten bleibt damit bestehen."
Der Euro  verlor gegenüber Dollar, Yen und Schweizer Franken. Devisenanalysten erwarten, dass angesichts der unklaren Gemengelage die Gemeinschaftswährung weiterhin tendenziell sinken wird. Die deutschen Bundesanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren verzeichneten deutlich steigende Kurse. Die Rendite sank um vier Basispunkte auf 2,93 Prozent. Der Bund-Future stieg um 38 Basispunkte auf 126,46 Prozent.
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Die wichtigsten Indizes für Kreditabsicherung in Europa stiegen an. Kursgewinne gab es auch für die US-Treasuries. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatspapiere fiel um drei Basispunkte auf 2,92 Prozent. "Es herrscht Angst, dass Griechenland zahlungsunfähig wird", sagte Hiroki Shimazu, Ökonom bei SMBC Nikko Securities in Tokio, "der Markt ist entsprechend vorsichtig und das führt zu einer Flucht in die Qualität". Bei den zehnjährigen Griechenland-Anleihen stieg die Rendite um 22 Basispunkte auf 17,16 Prozent. Die Rendite der portugiesischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von zehn Jahren legte um 13 Basispunkte zu auf 10,92 Prozent.
Der deutsche Leitindex DAX  gab in den ersten Handelsminuten um mehr als ein Prozent nach, auch der britische FTSE 100  und der französische CAC40 sanken. Der Stoxx 600  begann die Woche ebenfalls im Minus und steuert auf die achte Woche in Folge mit Verlusten zu.
Zuvor hatten die asiatischen Aktienmärkte schwach tendiert und auch die US-Futures zeigten nach unten. Die Unsicherheit und Risikoaversion lastet auch auf den Rohstoffmärkten. Die Notierungen für Metalle gaben auf breiter Front nach, der Peis für Rohöl der Sorte WTI  fiel auf ein Vier-Monats-Tief, Gold  präsentiert sich angesichts der Krisenstimmung robust.
In Asien wachsen zudem die Sorgen um ein Stottern der chinesischen Konjunkturlokomotive. Analysten erwarten auf absehbare Zeit eine Zinserhöhung im Reich der Mitte, Credit Suisse erwartet ein Abschwächen der Konjunktur. Die chinesischen Leitindizes in Hongkong und Shanghai fielen infolge der Gemengelage auf ein Neun-Monatstief. Neben den sich wieder eintrübenden Aussichten für die Weltwirtschaft, sind die Markteilnehmer gespannt auf die Zinssitzung der amerikanischen Notenbank Federal Reserve am Mittwoch.
Dabei wird auch über eine Fortsetzung der zweiten Phase der Bondkaufprogramme (Quantitative Easing) spekuliert. Die bisherigen 600-Mrd.-Dollar-schweren Programme enden diesen Monat. Bislang hatten die Notenbanker eine Verlängerung ausgeschlossen - was sie aber auch kurz vor der Einführung von QE2 getan hatten mit Agenturen
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  • FTD.de, 20.06.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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